Die Grünen sind gerade keine glückliche Partei. Sie sind sogar ziemlich von der Rolle. Ihnen ist mit dem gesellschaftlichen Ausstieg aus der Atomkraft das große identitätsstiftende Thema abhanden gekommen. Die Ablehnung von jeglichen militärischen Interventionen taugt längst nicht mehr zur grünen Selbstvergewisserung. Joschka Fischer hat ihnen den Anti-Militarismus vor 15 Jahren ausgetrieben. Wenn nun Parteichef Cem Özdemir Waffen für die Kurden fordert, den Terror der IS-Milizen könne man nicht mit der Yoga-Matte unterm Arm bekämpfen, dann gibt es zwar Protest, es folgen ihm aber weite Teile der Partei. Festzuhalten bleibt: Die urgrünen Symbole, die weiße Friedenstaube auf blauem Grund und die "Atomkraft? Nein danke!"-Sonne auf gelbem Grund, sind Geschichte.
Meinungen Mehr Kretschmann
Redaktion 24.11.2014 - 00:00 Uhr