Wie viel Geldstrafe muss einer bezahlen, der wegen Bankrotts angeklagt ist und doch eigentlich pleite ist? Das Landgericht Stuttgart hat nachgerechnet und kam zu dem Schluss, dass es dem einstigen Drogeriemarkt-König Anton Schlecker so schlecht nun auch wieder nicht gehen kann. Er wohnt in einer Villa mit Park im Wert von mehr als zwei Millionen Euro, die er beizeiten seiner Frau Christa überschrieben hatte, bezieht Rentenzahlungen aus den Niederlanden und Österreich und hat zusammen mit seiner Frau Lebenshaltungskosten von 2800 Euro im Monat. Auf 4500 Euro im Monat schätzten die Richter das, was ihm monatlich zur Verfügung steht - der Porsche seiner Tochter, den er fährt, ist dabei noch gar nicht berücksichtigt. Ein Millionär lebt besser. Aber für viele Schlecker-Frauen, die heute von Hartz IV leben und auch fünf Jahre nach der Pleite noch auf Teile ihres Lohns aus der Schlecker-Pleite warten, ist es eine Provokation.