Messerattacke im Hofer Bahnhofsviertel Drei Verdächtige in U-Haft - Opfer außer Lebensgefahr

Sören Göpel
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Die Heranwachsenden, zwei Afghanen, 18 und 19 Jahre alt, und ein 18-jähriger Albaner, sitzen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hof in Untersuchungshaft. Dem Opfer geht es nach Polizeiangaben besser. Der junge Mann wurde nach einem Lungenstich rasch notoperiert und verdankt sein Leben wohl auch dem schnellen Eingreifen von Bundespolizisten, die ihr Revier am Bahnhof haben. Die Ersthelfer brachten die Blutungen unter Kontrolle, bevor der Rettungsdienst eintraf. „Das war schon ein heftiger Vorfall“, sagt Polizeisprecher Matthias Potzel.

So heftig, dass die mutmaßlichen Täter seit Freitagvormittag  wegen Verdachts des gemeinschaftlich begangenen versuchten Totschlags in Untersuchungshaft in unterschiedlichen Haftanstalten sitzen.

Zusammen mit Spezialeinsatzkräften aus Mittelfranken und dem Bayerischen Landeskriminalamt konnte der Aufenthaltsort der drei jungen  Männer am Donnerstag  lokalisiert werden. In der Nähe des Bahnhofs in Marktredwitz schlugen die Einsatzkräfte  schließlich zu und nahmen alle drei Verdächtigen fest. Alle drei stammen aus dem Raum Hof, heißt es von der Polizei. Warum die Männer hier unterwegs waren, sei  Gegenstand der Ermittlungen.

Indes gehen die Ermittlungen der Kriminalpolizei Hof weiter. Insbesondere die Frage nach dem Motiv hinter dem Angriff und warum dieser derart aus dem Ruder gelaufen ist, beschäftigt die Kriminalbeamten sowie die Staatsanwaltschaft Hof. Zur Frage, ob die mutmaßlichen Täter bereits polizeilich in Erscheinung getreten sind, wollte sich die Polizei nicht äußern.

Unterdessen scheint der Vorfall noch heftiger gewesen zu sein als zunächst angenommen. Der 18-jährige Albaner steht im Verdacht, in der Nacht von Freitag auf Samstag   zu einem mitgeführten Messer gegriffen und auf den am Boden liegenden gleichaltrigen Hofer eingestochen zu haben. Nicht nur einmal, sondern mehrmals, heißt es im Polizeibericht.

Die beiden Personengruppen sollen zunächst  im Bereich der Luftbrücke am Hofer Hauptbahnhof aufeinander  getroffen sein. Zusammen liefen sie um kurz nach 1 Uhr nachts in Richtung Bahnhofsvorplatz. Wenige Zeit später entbrannte unter den jungen Männern ein zunächst verbaler Streit, der  schnell in eine handgreifliche Auseinandersetzung mündete. In dessen Verlauf sollen die drei Männer  auf die Hofer eingeschlagen und diese zu Boden gestoßen haben.

Nach der Attacke  fahndete die Kriminalpolizei gemeinsam mit der Polizeiinspektion Hof und anderen Dienststellen  nach den geflüchteten Männern, deren Identität zunächst unklar war. Mehr als eine  Stunde kreiste zudem ein Polizeihubschrauber über dem Bahnhofsviertel und unterstützte die Einsatzkräfte am Boden –  in der Nacht jedoch ohne Erfolg.

Erst durch die kriminalpolizeilichen Ermittlungen und Erkenntnisse aus den zahlreichen Vernehmungen kamen die Kriminalbeamten im Wochenverlauf auf die Spur der drei Tatverdächtigen. 

 

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