Metropolit Andrei zu Besuch Große Ökumene in Erkersreuth

red
Die Pfarrer Alexandru Câmpeanu, Werner Latteier, Thomas Fischer, Jürgen Henkel und Mönchspriester Ioan Popoiu (von links) mit Metropolit Andrei, rechts Diakon Claudiu und Pfarrer Andreas Münster, Senior des Pfarrkapitels. Foto: /pr.

Auf seiner Reise durch Bayern macht Metropolit Andrei auch in Erkersreuth halt. Anlass seines Besuchs ist die Präsentation eines Buches, das Pfarrer Jürgen Henkel übersetzt hat.

Selb - Acht Geistliche aus drei Kirchen, darunter ein orthodoxer Me-tropolit, in einem Gottesdienst versammelt, das gibt es selten. Am Freitag konnten die Teilnehmer der orthodoxen Vesper mit ökumenischer Beteiligung in der Kirche Zum Guten Hirten einen solchen ganz besonderen Gottesdienst erleben. Der rumänische orthodoxe Erzbischof und Metropolit Andrei von Klausenburg (Cluj-Napoca) in Siebenbürgen machte auf seiner Visite in Bayern auch in Erkersreuth Station.

So gestalteten Pfarrer Jürgen Henkel und seine evangelischen Amtsbrüder Andreas Münster, Senior des Pfarrkapitels, und Werner Latteier, der katholische Pfarrer von Herz Jesu und Heilig Geist, Thomas Fischer, der rumänische Priester von Regensburg, Alexandru Câmpeanu, der Mönchspriester Ioan Popoiu von der Rumänischen Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Zen-tral- und Nordeuropa in Nürnberg und Diakon Claudiu aus Klausenburg den Abendgottesdienst gemeinsam mit dem ranghohen kirchlichen Würdenträger aus Rumänien. Die Pfarrer aus Selb waren dabei mit Gebeten und Lesungen eingebunden. Die Vesper wurde auf Deutsch und Rumänisch zelebriert, wobei die schmetternden ostkirchlichen Hymnen und Gesänge auf Rumänisch sehr beeindruckend waren.

Anlass des Besuches war die Präsentation des Buches „Beichte und Kommunion. Seelsorge und Lebensbegleitung durch Geistliche Väter in der orthodoxen Glaubenspraxis“ des orthodoxen Metropoliten Andrei in München, Nürnberg und Erkersreuth, das Pfarrer Jürgen Henkel ins Deutsche übersetzt und in seiner Buchreihe „Deutsch-Rumänische Theologische Bibliothek“ veröffentlicht hat. Auf Initiative und Einladung der ökumenischen Gesellschaft „Ex fide lux. Deutsch-Rumänisches Theologisches Institut für Theologie, Wissenschaft, Kultur und Dialog“ aus Nürnberg besuchte der Metropolit Bayern für mehrere Tage. Er traf sich unter anderem mit dem Regensburger Bischof Rudolf Voder-holzer und besuchte das Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg.

Pfarrer Jürgen Henkel führte in das Buch ein und hielt fest: „Es gibt mittlerweile im deutschsprachigen Raum sehr viel zu Liturgie und Gottesdienstverständnis der Ostkirche. Zur Seelsorge in der orthodoxen Kirche und Glaubenspraxis ist freilich erstaunlich wenig im deutschsprachigen Raum publiziert worden.“

Seelsorge werde hier profiliert als Lebensbegleitung durch einen Priester als Geistlichen Vater verstanden, der den Menschen im geistlichen Kampf gegen die Sünde zur seelischen Erneuerung und steten Vertiefung der Gemeinschaft mit Gott und den Nächsten motivieren und ihn auf seinem Weg zu Gott führen, begleiten und immer wieder bestärken solle. „Sehr feinfühlig führt Me-tropolit Andrei die Mechanismen der Sünde und die Möglichkeiten des geistlichen Kampfes dagegen vor“, fasste der evangelische Theologe zusammen.

Metropolit Andrei machte in seiner Predigt deutlich: „Die Seelsorge braucht einen langen Atem in einer säkularen Zeit und einer Gesellschaft, die die Sünde nicht mehr als solche wahrnimmt. Es ist wichtig, dass der Geistliche den Gläubigen als Freund und Berater gegenübertritt und immer wieder betont, wie wichtig der Weg und die Umkehr zu Gott sind, um das ewige Leben zu erlangen.“

Im Rahmen der Feier übergab der Metropolit an den Organisten Peter Ludwig eine große Marien-Ikone zum Dank für die Förderung der Veröffentlichung mit einer Spende von 1000 Euro, die das Erscheinen des Buches erst möglich gemacht hat. Der Metropolit trug sich außerdem in das Goldene Buch der Stadt ein. Stadträtin Anneliese Schade dankte im Namen der Stadt Selb. Die Stadt freue sich über den Besuch des hohen kirchlichen Würdenträgers aus Rumänien und Siebenbürgen.

Pfarrer Henkel dankte Metropolit Andrei für seinen Besuch mit einem Porzellangeschenk, einem Engel mit Taube: „Die Taube steht für den Heiligen Geist und für den Frieden. Beides braucht die Welt dringend.“ red

 

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