Der Branchenverband BPEX, bei dem auch DPD Mitglied ist, beteuerte, dass seine Mitgliedsunternehmen Hinweisen auf konkrete Missstände nachgingen. "Wer gegen Rechtsnormen verstößt, muss mit der Kündigung des Vertragsverhältnisses rechnen", sagte der BPEX-Vorsitzende Marten Bosselmann.
Die Auftragsvergabe an Subunternehmer verteidigte er. "Wir sehen professionelle unternehmerische Strukturen als eine wesentliche Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung der Paketbranche und für langfristig erfolgreiche Dienstleistungen." Die Gewerkschaft Verdi sieht es ganz anders. Sie fordert ein grundsätzliches Verbot von Subunternehmern in der Paketbranche.
In der Kritik der Gewerkschaft an der Paketbranche kommt Marktführer DHL recht gut weg. Gewerkschafter und Politiker werten es positiv, dass der Bonner Logistiker nur relativ wenige Subunternehmer einsetzt. Außen vor blieb DHL bei den Kontrollen aber nicht, Zöllner wurden auch bei diesem Logistiker an mehreren Standorten vorstellig. Eine Firmensprecherin sagte, weniger als zwei Prozent der von DHL beförderten Pakete würden von Subunternehmern zugestellt.
Klingbeil: Schutz vor Ausbeutung und Einnahmen sichern
Nach den Worten von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zeigt der Einsatz, dass entschlossen gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung vorgegangen werde. "Unser Ziel ist es, Menschen wirksam vor Ausbeutung zu schützen und die Einnahmen des Staates sowie der Sozialversicherung zu sichern", betonte der SPD-Politiker. "Wer sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichert, muss mit Konsequenzen rechnen."
Die Kurier-, Express- und Paketbranche ist nach den Worten Klingbeils eine Branche, von der man immer wieder höre, dass harte Arbeit nicht vollständig vergütet werde. "Das ist nicht nur unanständig, sondern illegal." Menschen würden um ihren verdienten Lohn gebracht, der Mindestlohn werde unterlaufen, und die ehrlichen Unternehmer hätten das Nachsehen.