Mittelschule Wunsiedel Absolventen stehen alle Türen offen

Johanne Arzberger
Die ausgezeichneten Schulabgänger (vorne von links) mit Rektor Stefan Müller, Sara Stanca Dragani, Henrik Marx, Simeon Imelor und Samuel Ponader sowie Wunsiedels Bürgermeister Nicolas Lahovnik (hinten, Dritter von links) und Vertretern der Lehrerschaft und des Elternbeirates. Foto: Johanne Arzberger

Der landkreisbeste Mittelschüler kommt aus Wunsiedel. Rektor Stefan Müller bricht eine Lanze für die Schulform und bittet, auf Liga-Vergleiche zu verzichten.

Es war ein fröhlicher und erwartungsvoller Augenblick, als die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen mit ihren Lehrkräften zu den Orgelklängen von Kirchenmusikdirektor Reinhold Schelter in die Stadtkirche St. Veit einzogen. So beendeten die Wunsiedler Mittelschüler ihre Schulzeit so, wie sie sie vor Jahren begonnen hatten: mit einem Gottesdienst.

Gottesdienst in St. Veit

Die Gestaltung dieses ökumenischen Gottesdienstes hatten die Religionspädagogin Meike Schlehmeyer zusammen mit Kaplan Maximilian Moosbauer übernommen und ihrer Predigt einen Text aus dem Römerbrief zugrunde gelegt, in dem es um die Gaben und Dienste in der Gemeinde geht. „Wir haben ganz verschiedene Gaben, so wie Gott sie uns in seiner Gnade zugeteilt hat… Wichtig ist: Setze deine Gaben zum Segen für dich und andere ein“ ermunterte Meike Schlehmeyer die Schulabgänger in diesem Zusammenhang.

Rektor Stefan Müller stellte den oft gebrauchten Vergleich mit der Gliederung in Ligen beim Fußball an, der die Mittelschule in der dritten Liga spielen sieht. „Auch ihr spielt, wenn man den Vergleich so heranziehen möchte, in der dritten Liga“, sagte Müller. Doch auch die Bundesliga brauche dringend den Unterbau aus Tausenden von Amateurvereinen wie dem ASV Wunsiedel. „Hier wird die Begeisterung für diese Sportart noch vor Ort gelebt und gezeigt. Wir leisten sehr gute Arbeit in unserer schulischen Liga. Das sind die Fakten.“

Keine dritte Liga

In Krisenzeiten schätze man wieder ganz besonders Handwerk, Dienstleistungen und Arbeit in der Industrie: „Eure Leistungen werden zurzeit und in Zukunft dringender benötigt denn je. Freut euch auf eure Ausbildung, auf die Berufsschule“, rief Müller den Absolventen zu. Und weiter: „Hören wir also auf mit den Vergleichen und dem Einteilen in Kategorien und Ligen.“ Der Rektor wünschte den Absolventen alles Gute für die Zukunft: „Nutzt eure Gaben und beweist, was zu leisten ihr in der Lage seid.“

Im Namen der Stadt gratulierte Bürgermeister Nicolas Lahovnik den Absolventen „zum Abschluss der Schulzeit und zum Start ins Leben“ und stellte fest: „Ihr wachst in eine Zeit hinein, in der ihr euch aussuchen könnt, welchen Beruf ihr erlernen wollt. Das ist ein unschätzbarer Vorteil, und das sind große Chancen.“

Der Vorsitzende des Elternbeirates, Jörg Schlehmeyer, gratulierte und verband die Glückwünsche an die Schulabgänger mit einem Dank an die Lehrerschaft. Für die Klassenleiter schilderte Stefan Schödel zur Erinnerung den Schulalltag in Corona-Zeiten und empfahl den nun ehemaligen Schülerinnen und Schülern, alle Chancen zu ergreifen und alle Möglichkeiten zu nützen.

56 Entlass-Schüler

Und dann folgte der Moment, auf den alle jungen Damen und Herren die letzten Wochen und Monate hingearbeitet hatten: die Übergabe der Zeugnisse. Wie Schulleiter Stefan Müller dabei wissen ließ, wurden aus den Klassen 9a, 9b und Praxisklasse insgesamt 56 Schüler entlassen. Zwei Drittel aller Prüfungsteilnehmer legten die Prüfung zum Teil mit herausragenden Ergebnissen erfolgreich ab. Bester Quali-Schüler der Schule und zugleich des gesamten Landkreises wurde Simeon Imelov mit einem Notendurchschnitt von 1,3, gefolgt von Henrik Marx, (1,8), Pascal Grillmeier (2,0), Samuel Ponader (2,1) und aus der Praxis-Klasse Sara Stanca Dragani (2,2).

 

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