Mittelschulverband Arzberg „Inaktiv“, aber noch existent

Christl Schemm
Der Schulstandort Arzberg soll erhalten bleiben. Deswegen gibt es den Schulverband noch. Foto: /Florian Miedl

Für die frühere Mittelschule in Arzberg gibt es noch einen Schulverband, denn der Standort soll nicht aufgegeben werden. Stefan Göcking bleibt Vorsitzender des Gremiums.

Arzberg - Warum braucht es noch einen Schulverband, wenn es doch die Schule, um die es geht, gar nicht mehr gibt? Diese Frage beschäftigt nicht nur Werner Frohmader, sondern sicherlich auch etliche andere Menschen.

Gleich zu Beginn der Schulverbandssitzung für die Maximilian-von-Bauernfeind-Mittelschule am Donnerstagnachmittag im Arzberger Rathaus hatte der Thiersheimer Bürgermeister, der der Verbandsversammlung qua Amt angehört, diese Frage gestellt. Der Vorsitzende und Arzberger Bürgermeister Stefan Göcking sowie Kämmerin Simone Reichel erklärten, warum der Schulverband, nach wie vor existiert.

Wenn weg, dann weg

Zur Erinnerung: 2014 hieß es für die Kinder der Mittelschule, der früheren Hauptschule, Abschied nehmen. Denn die Experten waren sich einig, dass sich der Betrieb aufgrund der immer geringeren Schülerzahlen nicht mehr pädagogisch und organisatorisch sinnvoll aufrechterhalten lasse. Offiziell wurde die Schule aber nicht geschlossen, sondern nur „inaktiv“ gestellt. Davon profitierte die Montessori-Schule, die im September 2016 von Marktleuthen nach Arzberg umzog. „Wir wollen den Schulstandort erhalten“, erläuterte Simone Reichel. „Wenn die Schule einmal weg ist, dann ist sie weg. Das wollen wir vermeiden“, meinte Stefan Göcking. Der Erhalt wiege den Aufwand auf. „Wir stellen uns dadurch finanziell nicht schlechter.“

Der Sprengel des Schulverbands Maximilian-von-Bauernfeind-Mittelschule umfasst die Gebiete der Städte Arzberg und Hohenberg (ohne einige Ortsteile), der Märkte Schirnding und Thiersheim sowie den Höchstädter Ortsteil Braunersgrün. Die Schülerinnen und Schüler aus diesen Orten werden in die Mittelschulen Marktredwitz, Wunsiedel und Selb verteilt. Die Schülerzahlen sinken. Während es im Jahr 2018 noch 134 Kinde aus dem Bereich des Schulverbands waren, die die drei Mittelschulen im Landkreis besuchten, sind es in diesem Jahr noch 117. Für nächstes Jahr werden 98 Schüler erwartet. Der Aufwand für die Verwaltung und die Fahrkosten werden mittels einer Umlage an die beteiligten Kommunen weitergegeben.

Thiersheim sucht Ausweichquartier

Ohne Gegenstimme wählten die anwesenden Verbandsräte ihren Arzberger Kollegen Stefan Göcking wieder zum Vorsitzenden des Schulverbands. Sein Stellvertreter ist jetzt Werner Frohmader. Die Schirndinger Bürgermeisterin Karin Fleischer sowie ihre Hohenberger und Höchstädter Kollegen Jürgen Hoffmann und Gerald Bauer wurden als Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses bestätigt.

Einer neuen Satzung und einer neuen Geschäftsordnung stimmten die Verbandsräte ebenso zu wie den Rechenschaftsberichten der örtlichen Prüfung für die Jahre 2019 und 2010 sowie der überörtlichen Prüfung für die Jahre 2016 bis 2019. Die beiden Haushalte für 2021 und 2022, die Kämmerin Simone Reichel vorgelegt hat, segnete das Gremium ebenfalls ab. Der Haushalt 2021 schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit 239 400 Euro ab, jener für 2022 mit 200 600 Euro.

Zum Abschluss der Sitzung bat Bürgermeister Werner Frohmader um Hilfe bei der Suche nach Ausweichräumen während der Sanierung der Thiersheimer Schule. „Das kommt einer Generalsanierung gleich. Ich suche Schulräume für ein halbes Jahr“, sagte er. Doch sowohl Karin Fleischer als auch Stefan Göcking mussten ihrem Kollegen mitteilen, dass in den Schulgebäuden in Schirnding und in Arzberg leider alle Räume belegt seien. Der Arzberger Rathaus-Chef kündigte in dem Zusammenhang an, dass in den nächsten Jahren die Grundschule saniert werden müsse.

 

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