Mödlareuth Ausgegrenzt

 Foto: Sören Göpel

Über den Besuch von US-Außenminister Mike Pompeo in Mödlareuth berichten wir nicht. Aus diesem Grund.

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

in dieser Ausgabe wollten wir Sie ausführlich informieren über den Besuch des amerikanischen Außenministers Mike Pompeo in Mödlareuth. Leider ist uns dies nicht möglich. Am Dienstag erreichte uns ein "Technischer Hinweis" des Auswärtigen Amtes, dem wir entnahmen, dass zur Berichterstattung nur ausgewählte Medien zugelassen sind. Begründung: "Aus Kapazitäts- und Sicherheitsgründen" werde der Termin "gepoolt". Dazu drei Anmerkungen:

Erstens: Die Redaktion von Frankenpost und Neue Presse nimmt mit Interesse zur Kenntnis, dass sie offenbar nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes neben Links- und Rechtsextremisten oder anderen Chaoten zu den potenziellen Gefährdern einer solchen Veranstaltung zählt.

Zweitens: Der Selektionsprozess des Auswärtigen Amtes, welche Medien bei einem solchen Ereignis willkommen sind, stellt aus Sicht der Redaktion einen klaren Verstoß gegen Artikel 5 des Grundgesetzes dar. Dort heißt es aus gutem Grund: "Eine freie Berichterstattung wird gewährleistet."

Drittens: Der gesamte Vorgang ist aus Sicht der Redaktion schon allein wegen des Anlasses geradezu bizarr. In Mödlareuth erinnerten Pompeo und sein deutscher Kollege Heiko Maas an das Ende der DDR und damit jenes Regimes, das nicht nur an seinem Wirtschaftssystem, sondern auch an der systematischen Unterdrückung einer freien Meinungsäußerung zugrunde ging.

Johann Pirthauer, Chefredakteur der Frankenpost und Neuen Presse

 

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