Wer ist Werner M.? Wie tickt der Mann, der am 2. März in seiner Kulmbacher Wohnung mit 24 Messerstichen seine Lebensgefährtin Claudia K. brutal umgebracht hat? Was geht in einem vor, der nach einer unfassbar grausamen Tat seinem Sohn scheinbar unberührt per Messenger schreibt: „Ich glaub, ich hab die Alte umgebracht“ und dann zum Beweis ein Foto von der Leiche hinterherschickt? Was ist das für ein Mensch, von dem der Sohn des Opfers sagt, man habe ihm wegen seiner Vorliebe für deutlich ältere Frauen schon vor Jahren den Spitznamen „Leichenfledderer“ verpasst? Viele der Zeugen, die bislang im Mordprozess gegen den 55-jährigen Kulmbacher ausgesagt haben, zeichnen ein verstörendes Bild eines Mannes, der kaum Gefühle zu haben scheint, dessen Vorstellungen zum Teil weit außerhalb dessen liegen, was andere zu tolerieren bereit sind und der im Gerichtssaal äußerlich stoisch bleibt, selbst wenn Obduktionsfotos auf einem großen Bildschirm gezeigt werden. Am Mittwoch um 9 Uhr geht der Prozess um den Mord weiter, der am 2. März in der Caspar-Fischer-Straße in Kulmbach passiert ist. Dann werden unter anderem zwei Frauen vor Gericht erwartet, mit denen Werner M. anbandeln wollte und die ihm wegen seines Verhaltens ein Treffen verweigert haben.