Münchberg Letztes Puzzleteil fügt sich ein

Die Bagger sind schon seit ein paar Wochen im Einsatz. Nun fand auch der Spatenstich für den Lückenschluss der Südumgehung Münchberg statt.

Münchberg - Die eigenartige Redner-Tribüne - eine Bratwurst-Bude, geschmückt mit Birken und dem Bundesadler - hat vielen Gästen ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Auch der Anlass selbst, der feierliche Spatenstich für den letzten Bauabschnitt der Südumgehung Münchberg, ließ die Gesichter der Bau-Verantwortlichen und der Politiker erstrahlen. Sie trafen sich am gestrigen Freitag an der Baustelle zwischen Poppenreuth und Münchberg, unter ihnen der Verkehrsminister Andreas Scheuer, Vertreter des bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, des Landkreises Hof sowie der Stadt Münchberg. Aber auch interessierte Bürger kamen, um die Festreden zu hören und ein paar Bratwürste zu essen.

Gut zu wissen

Die B289 ist eine wichtige West-ost-Verbindung und übernimmt die Zubringer-Funktion zu den Autobahnen A 9 und A 93.

Seit etwa zwanzig Jahren gibt es Pläne für die Münchberger Südumgehung. Den größten Teil - etwa vier Kilometer in drei Bauabschnitten - hat die Stadt Münchberg in vergangenen Jahren bereits auf eigene Faust mit staatlichen Zuschüssen verwirklicht. Den Lückenschluss zahlt der Bund. Die Finanzierung des Lückenschlusses hat das Bundesverkehrsministerium im April vergangenen Jahres freigegeben.

Bevor die Straße gebaut werden kann, entstehen in diesem Jahr zwei Brücken. Das Staatliche Bauamt errichtet bis Oktober eine Brücke über die Pulschnitz. Die Deutsche Bahn baut eine neue Eisenbahnüberführung über die Bahnstrecke Bayreuth-Hof, weil die Eisenbahnbrücke in einem schlechten Zustand ist.

Auch für die geplante Sanierung der Kulmbacher Straße in Münchberg stellt der Bund Geld zur Verfügung - wie auch für viele weitere Straßen in Bayern. Das erläuterte Helmut Schütz, Amtschef des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr. Für 2018 gab es über zwei Milliarden Euro für Straßenbau vom Bund - ein Allzeit-Rekord. Auch für 2019 stellt der Bund den gleichen Betrag zur Verfügung.

Mit einem Lächeln der Erleichterung trat Münchbergs Bürgermeister Christian Zuber vor die Menge: "Was lange währt wird endlich gut." Die ersten drei Bauabschnitte habe die Stadt innerhalb von fünf Jahren verwirklicht. Seit etwa zehn Jahren nun ist aber der vierte Bauabschnitt am Gären, eine Geduldsprobe für alle Beteiligten. Unter anderem hätten Grundstücksverhandlungen den Prozess in die Länge gezogen. "Nun wird auch das letzte Puzzleteil gestaltet." Im Zuge des Straßenbaus werde auch ein Radweg gebaut, der Teil des Flüsseradweges werden soll.

Ende März haben die Arbeiten am insgesamt 1,8 Kilometer langen Lückenschluss begonnen. Wenn dieser vierte Bauabschnitt fertig ist - voraussichtlich im Jahr 2021 - dann verbindet die Umgehung die Staatsstraße 2194 mit der Bundesstraße 289. Somit werden der Ortsteil Straas und die Stadt Münchberg vom Verkehr und Lärm entlastet. Außerdem schafft die Straße auch die Voraussetzung für die geplante dritte Autobahn-Anschlussstelle "Münchberg-West", die die Bundesstraße an die A 9 anschließt. Diese zwei Punkte betonten alle Redner beim Spatenstich im besonderen Maße.

Für den Verkehrsminister Scheuer war der Freitag ein "Oberfranken-Tag": Zwei Stunden zuvor hatte er den Startschuss für den Neubau der Ortsumgehung Stadtsteinach gegeben, wo der Bund rund 22 Millionen Euro investiert. Die B 303 und die B 289 seien wichtige Achsen, die die Autobahnen A 73, A 9 und A 93 miteinander verbinden - nicht nur für den Wirtschaftsverkehr, sondern auch für Anwohner und Pendler. Vor allem Münchberg profitiere: "Die Stadt hat künftig weniger Lärm, weniger Abgase und wird verkehrssicherer."

Münchbergs Infrastruktur werde sich in Zukunft vor allem durch die Anschlussstelle verändern, sagte Landrat Dr. Oliver Bär. "Die Stadt bekommt damit mehr Möglichkeiten." Der Landrat sieht auch Vorteile für die wirtschaftsstarken Nachbarorte Rehau und Schwarzenbach an der Saale, die mit der Umgehung an die Verkehrsachse A 9 heranrückten.

 

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