Boot und Kapitän sind auf Norderney keine Unbekannten
Das „Norderney Nordsee-Magazin“ berichtet, dass das Boot selbst gebaut und in der Region nicht unbekannt sei. Augenzeugen wollen es vergangene Woche ohne Licht auf dem Weg nach Juist gesichtet haben. Auch soll es schon mal im Norderneyer Hafen gelegen haben. Offenbar ist der Freiburger öfters auf seinem Segler in der Nordsee unterwegs, so auch in den vergangenen Wochen.
Der Kapitän ist ein „Seebär“ wie aus dem Bilderbuch. Laut Behörden wollte er zuerst mit niemandem reden. Auch die von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) angebotene Hilfe soll er anfangs ausgeschlagen haben. Die Seenotretter hatten nach eigenen Angaben Kontakt zum Kapitän aufgenommen.
DGzRS-Sprecher Ralf Baur sagte: „Wir haben den Kapitän über den Notrufkanal 16 angefunkt. Er sagte, er brauche keine Hilfe und da für ihn keine unmittelbare Gefahr bestehe, hätten wir auch nichts unternehmen müssen.“ Eine Augenzeugin ergänzt: „Er möchte nur seine Ruhe haben und der Segelverein soll ihm wohl helfen, da wieder weg zu kommen.“
Info: Geisterschiffe
Fliegender Holländer
Die bekannteste derartige Gruselgeschichte ist die vom Fliegenden Holländer. Der Sage nach soll ein holländischer Kapitän durch einen Fluch dazu verdammt worden sein, bis zum jüngsten Tag mit seinem Gespensterschiff auf dem Meer umherzuirren, ohne in einen Hafen einlaufen oder Erlösung im Tod finden zu können. Richard Wagner vertonte den Gruselstoff von 1841 bis 1843 in seiner gleichnamigen berühmten Oper.
Geisterschiffe
Als Geisterschiffe gelten Schiffe bezeichnet, die schon verloren geglaubt wurden und verlassen auf hoher See unter mysteriösen Umständen wieder auftauchen oder gesichtet werden. In Filmen, in der Literatur und in der Musik sind solch herrenlose Schiffe ein beliebtes Thema. In der Realität ist die Wahrheit hingegen weit nüchterner. Bei plötzlich verschwundenen und unerwartet wiederauftauchenden Geisterschiffe handelt es sich in der Regel um Versicherungsbetrug oder moderner Piraterie.