Nach Bücherschrank-Brand Polizei verbucht Fahndungserfolg

Der Bücherschrank am Holzmarkt wurde ein Raub der Flammen. Foto: Polizei

Ein Trio junger Leute soll den öffentlichen Bücherschrank in Kulmbach in Brand gesteckt haben. Die 19- und 20-Jährigen sollen auch noch für weitere Taten verantwortlich sein, berichtet die Polizei.

Kulmbach - Die Polizei hat drei junge Männer aus Kulmbach unter dringendem Verdacht, für eine Serie von Sachbeschädigungen und drei Brandstiftungen verantwortlich zu sein, die Ende März in der Stadt für Aufsehen gesorgt hatten. Unter anderem war, wie berichtet, in der Nacht zum 25. März der öffentliche Bücherschrank am Holzmarkt dabei in Flammen aufgegangen. Jetzt haben Beamte der Kulmbacher Polizei einen Fahndungserfolg erzielt. Gegen die drei Tatverdächtigen im Alter von 19 und 20 Jahren liegen nach Angaben der Ermittler zahlreiche erdrückende Beweise vor.

Der Fall hatte viel Aufsehen erregt, obwohl das ganze Ausmaß der Zerstörungswut der zu dem Zeitpunkt noch unbekannten Täter zunächst gar nicht bekanntgeworden war. Der Ärger vieler Menschen hatte sich auf den öffentlichen Bücherschrank konzentriert. Den hatte vor Jahren der Kulmbacher Lions-Club gespendet und betreute ihn seither ehrenamtlich. Jeder, der Lust auf Lesen hat, konnte sich dort ein Buch holen. Wer übrige Literatur hat, konnte sie dort kostenlos anderen zur Verfügung stellen. Die Idee schlug ein. Der Bücherschrank war viel frequentiert und hatte sich über die Jahre zu einer beliebten Tauschbörse für Literatur entwickelt.

Doch damit war nach der Brandstiftung mindestens vorerst Schluss. Die Bücher verkohlt, der Schrank schwer beschädigt. So fanden Vertreter des örtlichen Lions-Clubs nach dem Feuerwehreinsatz vor, was von ihrer Spende übrig geblieben war. Lions-Präsident Dr. Ralf Kneitz hatte sich entsetzt über diese Form von Vandalismus gezeigt. Unmittelbar nach der Tat hatte er seine Hoffnung ausgedrückt, dass die Polizei die Verantwortlichen finden und die sinnlose Tat aufklären wird. dieser Wunsch ist, wie es scheint, nun in Erfüllung gegangen.

Die Kulmbacher werden nicht auf Dauer auf dieses kostenlose Angebot an Lektüre verzichten müssen. Kneitz hatte spontan zugesagt: „Wir lassen nicht locker. Wir werden den Schrank wieder herrichten und den Kulmbachern dieses kostenlose Lesevergnügen wieder ermöglichen.“ Wie es aussieht, braucht der Lions-Club dafür keine neuen Spenden aufwenden. Kommt es zu einem Urteil gegen die drei Verdächtigen, müssen sie für den Schaden aufkommen, den sie angerichtet haben.

Die Polizei teilte am Ostermontag mit, dass für sie die Taten geklärt sind. Demnach haben die Täter nicht nur den Schrank angezündet, sondern auch zahlreiche Bücher daraus entwendet, die sie dann in der Innenstadt an anderen Orten verbrannten und umherwarfen. Doch damit war es für das Trio offenbar nicht genug: „Im weiteren Verlauf der ziel- und sinnlosen Zerstörungs-Tour entwendeten die Täter aus mehreren Vorgärten Solarleuchten, traten ein Werbeschild um und beschädigten den Gartentisch eines Seniorenwohnheims“, heißt es im Polizeibericht.

Die Beamten boten alles auf, was zur Klärung dieser Taten beitragen konnten und hatten schließlich Erfolg: Nach Zeugenbefragungen und Beweismittelauswertungen gerieten schnell ein 19- und ein 20-jähriger als Tatverdächtige in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen, wie es heißt. In enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bayreuth wurden richterliche Beschlüsse für Wohnungsdurchsuchungen erwirkt. Dabei fanden die Polizisten in den Wohnungen der Verdächtigen weitere belastende Beweismittel, und sie kamen auch auf die Spur des dritten Tatverdächtigen, einen ebenfalls 19-jährigen Kulmbacher.

Mit den Sachbeschädigungen war es zudem offenbar noch nicht genug: Aus den Durchsuchungen resultierten nach Angaben der Polizei zudem zwei Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Obendrein leistete einer der Beschuldigten bei seiner Festnahme auch noch Widerstand und verletzte dabei einen der eingesetzten Beamten leicht. Der junge Mann wurde aufgrund seiner Aggressivität gefesselt und musste in Gewahrsam genommen werden.

Die drei Vandalen werden sich nun zeitnah vor Gericht strafrechtlich für ihren nächtlichen Streifzug und dem damit einhergehenden Ausflug durch das Strafgesetzbuch verantworten müssen, berichtet die Kulmbacher Polizei. Zudem werden die drei jungen Männer, sollten sie verurteilt werden, für den durch sie verursachten, beträchtlichen Sachschaden aufkommen müssen.

Autor

 

Bilder