Die CDU Deutschland blicke auf den Osten "immer noch mit der Brille von Westdeutschland". Merz sei "eher Symptom als Ursache der Problematik der CDU", sagte der in Rostock aufgewachsene Bremer CDU-Chef. "Wenn wir so weitermachen, sehe ich große Probleme, dass wir irgendwann mal in diesem ganzen gesellschaftlichen Prozess, der ja weltweit läuft, (...) untergehen, so wie es konservativen Parteien ja auch in anderen europäischen Ländern ja schon gegangen ist."
Brandenburgs stellvertretender CDU-Fraktionschef Frank Bommert forderte "schnelle Lösungen" und betonte: "Da kann man nicht mit irgendwelchen Sonntagsreden kommen." Einen Rücktritt von Merz hält er jedoch nicht für sinnvoll: "Das befriedet vielleicht auf die Schnelle, aber es löst ja nicht das Problem", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Druck auf Merz vor nächsten Wahlen ist hoch
Das schlechte Abschneiden der CDU in Sachsen-Anhalt hat den Druck auf Merz aus seiner Partei erhöht. Nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin wird sich zeigen, ob er sich im Amt halten kann. Der stellvertretende CDU-Chef von Mecklenburg-Vorpommern, Tino Schomann, hatte bereits den Rücktritt des Kanzlers verlangt.
Seit Wochen wird über einen möglichen Kanzlertausch spekuliert. Als mögliche Nachfolger von Merz werden der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und der bayerische Regierungschef Söder gehandelt.