Tränen und Schweigen in der Kabine
Tuchel ist jedenfalls davon überzeugt, dass er das Problem in den Griff bekommt, obwohl England immer in dasselbe Muster verfällt. "Ich glaube nicht an einen Fluch oder dass sich Geschichte wiederholt. Es sind andere Spieler, andere Trainer, andere Gegner", sagte Tuchel. Es sei auf dem Feld lösbar.
Zu einem anderen Schluss, als dass es ein mentales Problem ist, kann man momentan aber nicht kommen. Zwischen der Führung durch Gordon in der 55. Minute und dem Siegtor von Martinez (90.+2) hatte England sagenhaft schwache zwölf Prozent Ballbesitz. Das Team habe das Momentum einfach nicht zurückbekommen, resümierte Tuchel. Englands Spieler hatten plötzlich etwas zu verlieren - und zerbrachen an diesem Druck.
Schweigend verschwand die Mannschaft in der Kabine. Dort flossen Tränen, viele Worte fielen nicht. So beschrieb es Verteidiger Dan Burns. "Nichts, was man da sagt, kann die Enttäuschung und den Schmerz nehmen", sagte Tuchel. Also gab er der Mannschaft mit, dass sie alles gegeben habe und zurückkommen werde. Wie man das im Sport eben so macht.