Nach Nein zu Mosolf Umweltpreis geht nach Feilitzsch

Helmut Steinhäußer
Bei der Preisverleihung: Die Gemeinderäte freuen sich mit Bürgermeister Francisco Hernandez Jimenez, der stolz die Urkunde zeigt. Vorne rechts von ihm BN-Geschäftsführer Wolfgang Degelmann und Vorsitzender Ulrich Scharfenberg. Foto: Steinhäußer

Der Bund Naturschutz honoriert den Einsatz gegen den Flächenverbrauch. Konkret geht es um dir Absage an den Logistiker Mosolf.

Zu Beginn der jüngsten Sitzung des Gemeinderat von Feilitzsch hat der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Hof an Bürgermeister Francisco Hernandez Jimenez und die Gemeinderäte eine Urkunde für den an die Gemeinde vergebenen Umweltpreis 2022. Den Bund Naturschutz vertraten deren Vorsitzender Ulrich Scharfenberg und Geschäftsführer Wolfgang Degelmann.

Wie Scharfenberg in seiner Laudatio ausführlich erläuterte, will die Kreisgruppe des Bund Naturschutz damit das mutige Eintreten des Bürgermeisters und des Gemeinderates gegen den Flächenverbrauch würdigen. „Aus Sicht des Bundes Naturschutzes wird aktuell das Problem Flächenverbrauch von der Politik nicht konsequent angegangen“, kritisierte Scharfenberg. Nötig wären unter anderem die Festschreibung des Zielwertes des Flächenverbrauchs im Landesentwicklungsprogramm und eine Ausweisung von Eignungsgebieten im Regionalplan.

Der Artenschutz stehe ganz eng im Zusammenhang mit dem Flächenverbrauch. Täglich würden in Bayern 10,3 Hektar landwirtschaftliche Flächen in Verkehrs- und Siedlungsflächen umgewandelt. Alle drei Tage verschwinde die Fläche eines Bauernhofes. Jeden Tag werde die Fläche von 15 Fußballplätzen zubetoniert. Im Jahr mache das die gigantische Fläche von 39 Quadratkilometern aus. Als Vergleich habe die Stadt Hof eine Fläche von 58 Quadratkilometern. Es dauere eineinhalb Jahre und eine Fläche in der Größe der Stadt Hof verschwinde als landwirtschaftliche Fläche, als Natur-, Wiesen- oder Waldfläche, als grüne Lunge. „Straßenneubauten vermeiden, das Gewerbesteueraufkommen gerechter verteilen und die Landesplanung an das Umweltministerium zurückverlagern“, forderte der Vorsitzende. Scharfenberg: „Gerade in Stadt und Landkreis Hof werden seit Jahren überdurchschnittlich viele Flächen verbraucht.“ Als Beispiele für verwirklichte und noch geplante Bauten der letzten Jahre mit hohem Flächenverbrauch nannte er das „Grüne Zentrum“ in Münchberg, Ortsumgehungen Oberkotzau und Leimitz, große Gewerbeflächen beim Audi-Zzentrum Hof, bei den Firmen Dachser und Dennree sowie aktuell Amazon. „In diesem Prozess trifft die Gemeinde Feilitzsch eine aus unserer Sicht vorbildliche und vor allem mutige, Entscheidung. Im November 2021 entscheidet der Gemeinderat Feilitzsch das Nein zur Ansiedlung des Autologistikers Mosolf“, sagte Scharfenberg.

Ursprünglich habe die Firma eine Fläche von 40 Hektar angefragt. Der konkrete Plan sei mit einer Fläche von 30 Hektar berechnet worden. Auf zehn Hektar auf dem Gebiet der Gemeinde Feilitzsch und auf 20 Hektar Grund der Stadt Hof habe der Automobillogistiker eine neue Filiale eröffnen wollen. Sämtliche Erweiterungsflächen wären nur im Gemeindegebiet Feilitzsch möglich gewesen. Scharfenberg lobte Bürgermeister Francisco Hernandez Jimenez für seine Initiative, dass der Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen die Ansiedlung nach reiflicher Überlegung und Abwägung ablehnte.

 

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