Höhe der Beute weiterhin unklar
Wie viel Geld und andere Wertsachen die Täter erbeutet haben, sei weiterhin reine Spekulation, betonte Reul. "Nicht mal die Sparkasse weiß, was da drin ist, weil jeder Einzelne in sein Fach das reintut, was er reintun möchte."
Über die Sparkasse ist der Inhalt jedes Schließfachs bis zu einem Wert von 10.300 Euro versichert. Allerdings haben zahlreiche Schließfachbesitzer über ihre Anwälte schon angegeben, dass sie deutlich höhere Werte in ihrem Fach gelagert hätten.
Anwälte drohen mit Klagewelle
Anwälte wollen die Sparkasse juristisch für den Schaden belangen. Der Bank drohe "eine Klagewelle ungeahnten Ausmaßes", sagte Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann der Deutschen Presse-Agentur. Er sehe Anzeichen einer Pflichtverletzung des Geldinstituts. Anscheinend habe es keinen Erschütterungsmelder in dem Tresorraum gegeben, und die Einbrecher hätten sich möglicherweise ungestört 48 Stunden in der Bank aufgehalten.
Der Gelsenkirchener Sparkassenchef Michael Klotz hatte zuletzt Kritik an der Sicherheitstechnik zurückgewiesen. "Die Filiale mit dem Schließfachraum war nach dem anerkannten Stand der Technik gesichert", betonte Klotz. Die Maßnahmen seien laufend verbessert worden.
Reul sagte dazu im Innenausschuss, um alle Fragen der Haftung müsse sich die Sparkasse kümmern. "Wenn irgendwer einen Fehler gemacht hat, muss er haften. Das ist immer so im Leben."
Ermittler werten acht Terrabyte Daten aus
Die Ermittlungen wegen schweren Bandendiebstahls könnten sich noch längere Zeit hinziehen. "Wir haben es hier mit einem der größten Kriminalfälle in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen zu tun", sagte Gelsenkirchens Polizeipräsident Tim Frommeyer.
Schon jetzt seien acht Terrabyte an Daten zusammengekommen - darunter 10.000 Stunden Videomaterial aus Überwachungskameras. Man müsse den Ermittlern nun die nötige Zeit geben, appellierte Innenminister Reul. "Die eine Spur, die man ganz am Schluss findet, ist manchmal die, die einem hilft."