Am Freitag läuteten Hunderte britische Kirchen die Glocken, eine Stunde später wurden im ganzen Land zeremonielle Böllerschüsse im Gedenken an die gestorbene Königin abgefeuert. Die Beisetzung findet voraussichtlich am Montag, den 19. September, statt. Dies wurde vom Buckingham-Palast allerdings noch nicht bestätigt. Nach dem Begräbnis soll noch sieben Tage getrauert werden.
Bundeskanzler würdigt Queen
Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, hob am Freitag die enorme Bedeutung der Queen für die Britinnen und Briten hervor. „Es fühlt sich für Menschen in aller Welt, vor allem in Großbritannien, so an, als wäre uns ein Teil unseres Lebens, den wir für selbstverständlich gehalten haben, genommen worden“, sagte der oberste Geistliche der Church of England im BBC-Interview. Für viele Menschen breche nicht nur eine Zeit der Trauer an, sondern auch eine der Unsicherheit, in der sie sich fragten, was von Dauer sei.
Politiker aus aller Welt zollten der Königin Respekt. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) würdigte die Königin als „Vorbild und Inspiration für Millionen, auch hier in Deutschland“, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fügte einer ersten Reaktion noch die Worte hinzu: „Für euch war sie eure Königin, für uns war sie die Königin.“ Kein anderes Land habe die Queen so oft besucht wie Frankreich. US-Präsident Joe Biden nannte die Queen eine einzigartige Staatsfrau und „mehr als eine Monarchin“.
Die 1926 geborene Queen wurde 1952 Königin. Sie absolvierte Hunderte Auslandsreisen, auch mehrere nach Deutschland. Zuletzt besuchte sie die Bundesrepublik bei einem Staatsbesuch 2015. Aus politischen Angelegenheiten hielt sich die Monarchin stets heraus. Auch zum Austritt ihres Landes aus der EU (Brexit) äußerte sie sich nicht.
Nach dem Tod der Queen hat die dänische Königin Margrethe II. (82) das Programm für die Feierlichkeiten zu ihrem 50. Thronjubiläum an diesem Wochenende deutlich reduziert. Angesichts der traurigen Nachricht werde das Programm auf Wunsch der Königin angepasst, teilte das dänische Königshaus am Freitag mit. Konkret bedeutet das, dass die größten Möglichkeiten für die Bevölkerung, die Monarchin am Wochenende zu Gesicht zu bekommen, nicht stattfinden werden.