Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie kritisiert, das Gesetz gehe an der Realität vorbei, belaste die heimische Industrie mit Bürokratie und löse Probleme mit Fast Fashion nicht im Ansatz. Für mehr Nachhaltigkeit brauche man funktionierende Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen, sagt Experte Jonas Stracke. Solange diese Voraussetzungen fehlten, bleibe das Vernichtungsverbot ein Papiertiger. "Einen echten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leiste es in der Praxis leider nicht."
In der "Rheinischen Post" fügte Stracke hinzu: "Kein deutscher oder europäischer Hersteller vernichtet einwandfreie Neuware." Dennoch werde der Eindruck erweckt, als vernichteten Hersteller massenhaft Neuware. Das Gesetz schaffe in der EU "viel neue Bürokratie ausgerechnet für die Unternehmen, die nicht für die Altkleiderberge mit wertloser Ramschware verantwortlich sind".