Nächster Sieg Die Wölfe in Festtagsstimmung

Nick Miglio (links) und Nikita Naumann jubeln über den nächsten Wölfe-Coup. Foto: Mario Wiedel

Die Schützlinge von Sergej Waßmiller setzen nach dem 4:0-Derbysieg in Bayreuth am zweiten Feiertag das nächste Ausrufezeichen. Gegen den Tabellendritten Krefeld Pinguine feiern die Selber vor knapp 2000 begeisterten Fans einen 4:3-Erfolg.

Perfektes Weihnachten für die Selber Wölfe: Dem 4:0-Sieg am Tag vor Heiligabend in Bayreuth ließen die Schützlinge von Trainer Sergej Waßmiller am zweiten Weihnachtsfeiertag ein 4:3 gegen den DEL-Absteiger aus Krefeld folgen. „Absolut verdient“, sagte Waßmiller, der bei der Pressekonferenz von einer „Topleistung“ seiner Mannschaft sprach. „Es war wohl eines unserer besten Spiele in dieser Saison.“

Bei den Wölfen gab es einen unfreiwilligen Torwartwechsel. Für Bitzer, der sich am Freitag in Bayreuth am Knie verletzt hat und dem an diesem Mittwoch eine MRT-Untersuchung bevorsteht, stand der noch angeschlagene Weidekamp – er gab erst am Vormittag sein okay - zwischen den Pfosten. Nicht zur Verfügung stand der nach seinem Faustkampf in Bayreuth für vier Spiele gesperrte Gelke. Was nichts daran änderte, dass die Wölfe mit dem Rückenwind vom Derbysieg in Bayreuth sofort aufs Tempo drückten und früh zu guten Möglichkeiten kamen. Der Funke sprang sofort auch vom Eis auf die Ränge über. Krefeld kam in der Anfangsphase nur sporadisch, dann aber gefährlich vor das Selber Tor.

Nach und nach stellte sich der Tabellendritte aber besser auf die kleinere Eisfläche und das aggressive Spiel der Hausherren ein. Es entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe mit Chancen auf beiden Seiten. Glück hatte Selb nach 14 Minuten bei einem Lattentreffer der Gäste, im direkten Gegenzug durfte der Wölfe-Anhang jubeln. Der von Miglio bediente Naumann traf trocken zur 1:0-Führung. Die stand kurz darauf beim ersten Krefelder Überzahlspiel schon wieder auf der Kippe, mit leidenschaftlichem Einsatz und starken Blocks überstanden die Wölfe aber diese heiklen zwei Minuten. Und fast hätte Vantuch nach Ablauf seiner Strafe auf 2:0 erhöht, direkt von der Strafbank kommend scheiterte er aber an Torwart Belov.

Auch das zweite Drittel war geprägt von großem Einsatz der Wölfe, die dem favorisierten Tabellendritten das Leben schwer machten. Krefeld kam zwar druckvoller aus der Kabine, Weidekamp war aber zunächst noch nicht zu überwinden. In der 25. Minute kamen die Hausherren zu ihrem ersten Powerplay, das aber bekanntlich nicht immer ein Vorteil ist. So auch in diesem Fall. Selb war aber nun wieder besser in der Partie, fuhr weiter jeden Check zu Ende und hatten durch Vantuch und Kruminsch die Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Die Druckphase der Wölfe beendeten die Schiedsrichter, die zunächst ein Foul an Melnikov, der verletzt vom Eis musste und später mit lädierter Schulter auf der Tribüne Platz nahm, nicht ahndeten, dafür wenig später Schaaf zum Unmut der Selber Fans auf die Strafbank schickte. Doch auch diese Unterzahl verteidigten die Waßmiller-Schützlinge stark. In der 36. Minute dann doch der Ausgleich. Einen Patzer von Weidekamp, der die Scheibe hinter seinem Tor nicht kontrolliert weiterleiten konnte, nutzte Kryminskiy zum 1:1.

Die Wölfe steckten diesen kleinen Rückschlag schnell weg und kamen im zweiten Powerplay wieder zur Führung. Hammerbauer traf herrlich aus der Drehung (38.). Schwamberger hätte fast noch das 3:1 nachgelegt, stattdessen traf Krefeld 47 Sekunden vor der zweiten Pause zum erneuten Ausglich durch Lewandowski, der per Nachschuss zum 2:2 nutzte.

Spannung pur im Schlussdrittel

Das Schlussdrittel war gerade einmal 58 Sekunden alt, da mussten sich erneut nur vier Selber fünf Krefelder erwehren – wieder mit Erfolg. Die Begegnung lebte immer mehr von der Spannung. Die Wölfe-Fans peitschten ihr Team weiter nach vorne, und in der 51. Minute war es Miglio, der die Scheibe zum 3:2 in die Maschen hämmerte und die Netzsch-Arena zum Beben brachte. Selb blieb am Drücker, suchte die Vorentscheidung – und traf in in der 54. Minute bei angezeigter Strafe gegen Krefeld nach einem perfekten Konter durch McNeill zum 4:2. Nur 135 Sekunden später kamen die Gäste aber schon wieder zum Anschlusstreffer. Selb musste noch vier bange Minuten überstehen, in denen auch Weidekamp über sich hinauswuchs. Dann war das Sechs-Punkte-Weihnachten perfekt.

Die Wölfe können nun frohen Mutes am Mittwoch auch das Sonderzugspiel in Ravensburg in Angriff nehmen. „Das wird ein echtes Highlight“, freut sich auch Sergej Waßmiller mit seiner Mannschaft schon auf die Unterstützung von wieder mehr als 700 Selber Anhängern in Oberschwaben.

Selber Wölfe: Weidekamp (Spiewok) – Trska, Lavallee, Kania, Reddick, Silbermann, Schaaf – Schwamberger, Vantuch, McNeill, Miglio, Kruminsch, Naumann, Melnikov, Hammerbauer, Deeg, Klughardt, Noack, Woltmann.

Krefeld Pinguine: Belov (Bittner) – Zerressen, Riefers, Bappert, Tiffels, Trinkberger, Söll – Magwood, Weiß, Müller, Shatsky, Koch, Mouillierat, Niederberger, Fischer, Miller, van der Ven, Lewandowski, Krymskiy.

Schiedsrichter: Kannengießer/Sicorschi. – Zuschauer: 1829. - Tore: 14. Min. Naumann (Miglio, Kania) 1:0, 36. Min. Krymskiy 1:1, 38. Min. Hammerbauer (Miglio, Kruminsch; 5-4) 2:1, 40. Min.Lewandowski 2:2, 51. Min. Miglio (Naumann, Kruminsch) 3:2, 54. Min. McNeill (Trska, Miglio) 4:2, 56. Min. Weiß 4:3. – Strafminuten: Selb 8, Krefeld 4.

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