Nagel Gemeinde Nagel baut eigenes Breitbandnetz aus

Im Gewerbegebiet Wurmloh soll Glasfaser verlegt werden. Foto: dpa/Uwe Anspach

Die Kommune will das kleine Gewerbegebiet mit schnellem Internet versorgen und wird Eigentümer des Netzes. Ein Provider ist schon in Aussicht.

Nagel - Einen zukunftsweisenden Beschluss hat der Gemeinderat Nagel in seiner jüngsten Sitzung (wir berichteten) gefasst. Demnach setzt die Gemeinde bei der Breitbandversorgung im Bereich des Gewerbegebietes Wurmloh/Bürgermeister-Pfauntsch-Straße auf das Betreibermodell. Das heißt, die Kommune baut ihr eigenes Glasfasernetz auf, das dann an den wirtschaftlichsten Betreiber (Provider) verpachtet wird.

Beschluss bereits 2019

Bereits Ende 2019 hat der Gemeinderat Nagel in einer Sitzung be-schlossen, die technischen und förderrechtlichen Voraussetzungen für ein Förderprogramm zum Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes prüfen zu lassen. Mit den erforderlichen Beratungs- und Planungsleistungen beauftragte das Gremium das Ingenieurbüro Reuther Netconsulting aus Staffelstein. Siegbert Reuther stellte nun in der Sitzung drei verschiedene Fördermodelle vor. Die Entscheidungsträger hatten zwischen dem Wirtschaftlichkeitslückenmodell, dem Beistellmodell und dem Betreibermodell zu entscheiden. Das Gewerbegebiet sei zwar nicht besonders groß, der Bedarf für das schnelle Internet sei jedoch vorhanden, da sich weitere Gewerbe ansiedeln wollen, erklärte Reuther. Das Vorhaben könne mit verschiedenen Programmen von Bund und Freistaat mit 90 Prozent gefördert werden. Insgesamt handle es sich um sechs förderfähige Adressen. Ein bereits ansässiges Gewerbe werde durch den Höfebonus gefördert. Bei der Interessenerkundung als Provider habe sich nur die Telekom gemeldet. Bei den Tiefbauarbeiten müssten knapp 800 Meter aufgegraben und das Glasfaserkabel verlegt werden. Ab 1. Januar 2023 seien in Nagel alle noch nicht mit FTTB-versorgten Gebäude förderfähig.

Eile wegen Förderungen

Reuther machte dem Gemeinderat vor allem das Betreibermodell schmackhaft. Dies sei eine „kalkulierbare Herausforderung, die Gemeinde werde Netzeigentümer, Betreiber sei der Provider. Diese Variante würde lediglich eine interne Mehrbelastung in der Verwaltung mit sich bringen, an der Infrastruktur müsse dann in Zukunft kaum noch etwas geändert werden, wenn das Glasfasernetz erst einmal verlegt ist. Um Förderungen zu bekommen sei jedoch Eile geboten, sagte der Planer.

„Ich sehe das Projekt als Chance“, sagte Bürgermeister Helmut Voit. Zudem könne man in dem relativ kleinen Gebiet Erfahrungen für die Zukunft sammeln.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, den Förderantrag für den Glasfaserausbau des Gewerbegebiets Wurmloh im Betreibermodell beim Bund und dem Freistaat Bayern zu stellen. Nach Eingang des vorläufigen Förderbescheids soll dann gemäß der Förderrichtlinie der Betreiber ausgewählt werden. Ist das Auswahlverfahren erfolgreich, werden weitere Schritte eingeleitet.

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