Menschen fliehen in ihr soziales Netz
Bisher gibt es für eine Flucht vieler Menschen aus dem Iran in andere Länder laut internationalen Organisationen keine Anzeichen. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner bekräftigte auf dpa-Anfrage am Sonntag: "Aktuell beobachten wir keine größeren Bewegungen in Richtung der Außengrenzen Irans." Das liege auch daran, dass sich die Angriffe auf einige genau definierte Ziele innerhalb des Irans beschränkten.
Ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sagte: "Viele Iraner aus Teheran haben Familienmitglieder in anderen Landesteilen, wo sie erstmal hingehen können - sie haben also ein soziales Netz." Zugleich betonte er, den vielen Menschen, die oftmals aus Afghanistan in den Iran geflohen seien, fehle eben dieses Netz. In der von Kriegen geplagten Region des Nahen Ostens einschließlich des Irans lebten demnach schon vor der Eskalation mehr als 26 Millionen Menschen als Vertriebene. Zudem haben wegen der Angriffe Israels im Libanon nach Schätzung des israelischen Militärs bisher rund 420.000 ihr Zuhause verlassen.