Wie lange Trumps Verärgerung über Starmer und den britischen Kurs anhält, ist kaum vorherzusehen. Grundsätzlich gilt der US-Präsident mit schottischer Mutter als großer Verehrer des Vereinigten Königreiches, im vergangenen September ließ er sich bei einem Staatsbesuch bei König Charles III. feiern. Zur Feier von 250 Jahren Unabhängigkeit wird der König im Gegenzug in diesem Jahr eigentlich auch in den USA erwartet.
Starmers innenpolitische Probleme
Für den britischen Premier fallen die verbalen Angriffe des US-Präsidenten in eine Zeit, in der er ohnehin mit zahlreichen Krisen zu kämpfen hat. Bei den Kommunalwahlen im Mai droht eine deutliche Niederlage gegen die rechtspopulistische Partei Reform UK von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage. Wegen der Verwicklung des deshalb abberufenen britischen Botschafters in den USA, Peter Mandelson, in den Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein schien ein Rücktritt Starmers Ende vergangenen Jahres zwischenzeitlich kaum noch vermeidbar.
"Während die Oppositionsparteien versuchen, Großbritannien auf der Weltbühne zu untergraben, konzentriert sich meine Labour-Regierung darauf, die britischen Bürger im In- und Ausland zu schützen", schrieb Starmer in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Sunday Mirror", der vor Trumps neuerlichen Attacken entstanden war.