Der Konflikt der Golfmächte wird aber andauern. Die Emirate dürften den STC weiter unterstützen oder mehr Mitsprache dabei fordern, die Zukunft des Jemen zu gestalten. Bei neuen Kämpfen zwischen den Separatisten und den von Riad unterstützten Regierungstruppen könnte im Süd- oder Ost-Jemen eine neue Front entstehen. Öffentlich wollen beide Golfstaaten aber ihr Image bewahren, keine Kriegstreiber, sondern sichere Inseln zu sein in einer von Unruhen geplagten Region. Deshalb wird der Konflikt am ehesten über ihre Verbündeten und ihre Stellvertreter ausgetragen werden.
Wie hängt der Krieg mit anderen Konflikten in der Region zusammen?
Experten sehen Verbindungen zum Konflikt im Sudan, der auch am Roten Meer liegt und wo Riad und Abu Dhabi auch unterschiedliche Seiten unterstützen. Die Emirate hätten hier zuletzt den Eindruck gewonnen, dass Riad sich um Sanktionen der USA gegen Abu Dhabi bemüht wegen dessen mutmaßlicher Waffenlieferungen in das Land. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus informierten Kreisen am Golf. Riad weise dies zurück. Diese Entwicklungen rund um den Sudan hätten aber mit dazu geführt, dass die Emirate den plötzlichen Vormarsch des STC im Jemen vorantrieben.
Zusammenhänge gibt es auch mit der faktisch unabhängigen Region Somaliland am Horn von Afrika, die Israel kürzlich als souveränen Staat anerkannte und deren Küste nur Dutzende Kilometer Luftlinie entfernt liegt vom Jemen. Sollte Israel dort Truppen stationieren, wäre es eine direkte Bedrohung für Saudi-Arabien. Die Botschaft, die Riad mit dem überraschenden Luftangriff im Jemen sendete, sei wohl auch an Somaliland gerichtet, sagt Abdel Kadir al-Chali, ein politischer Beobachter im Jemen, der dpa.