Naila Christen schöpfen neue Energie aus der Gemeinschaft

"Gott führt" ist das Thema der Pfingsttagung in Bobengrün. Zahlreiche Menschen finden bei dem Event Orientierung und Kraft für ihren Glauben. Es werden Reden gehalten, ein Zeltlager veranstaltet und Indiaca gespielt.

Bobengrün - Das Kreuz auf der Kuppe des Weidensteins glänzt silbern im gleißenden Sonnenlicht. Es ist vom gegenüberliegenden Tagungsgelände in Bobengrün gut sichtbar. Hier findet das Pfingsttreffen statt, das der örtliche christliche Verein junger Menschen (CVJM) bereits seit 74 Jahren veranstaltet. Es gehört mittlerweile zu den größten christlichen Freiluftveranstaltungen bundesweit.

Fast jeder der 500 Dorfbewohner ist in die Organisation der Großveranstaltung eingebunden. Die Gastgeber sind freundlich und hilfsbereit. "Wir bekommen auch Unterstützung aus den umliegenden Gemeinden, die ihre Säle und Heime für Übernachtungen zur Verfügung stellen", sagt CVJM-Vorsitzender Werner Baderschneider. Dafür ist er dankbar. "Aber auch unserem großen Helferkreis schließen sich etwa 250 Auswärtige an." Neuerungen und Ergänzungen im Programmablauf gibt es auch in diesem Jahr: Das Event wird im Internet übertragen, es gibt spezielle Veranstaltungen für einzelne Altersgruppen und Besonderheiten bei der musikalischen Ausgestaltung.

Die Kernaussage der biblischen Botschaft bleibt auch nach 74 Jahren unbestritten und kommt auch beim Tagungsthema "Gott führt" zum Ausdruck: Es geht um Menschen, die sich an einer Stelle ihres Lebens Gottes Führung erhoffen. Dies führen bereits bei der Zeltlager-Eröffnung am Samstag im Froschbachtal die Redner Andreas Boppart und Sabine Rahmani den 3000 jungen Leuten vor Augen. Sie zeigen ihren Lebensweg mit Gott auf: "Dazu gehört der Ausstieg aus der Komfortzone und der Einstieg in den Glauben, der oft mit Zweifeln behaftet ist." Dazu brauche man kein gläubiges Elternhaus. "Man muss sich nur ganz auf Gott und seine Führung einlassen", sagt Sabine Rahmani, die im Alter von 30 Jahren eine Schule für syrische Kinder in der Türkei gründete. Daniel Sommermann heißt die teils von weit her angereisten jungen Leute im Namen des örtlichen CVJM willkommen. Thomas Günter überrascht die Besucher mit einem lustigen Anspiel und das Fackelträger-Singteam animiert zum Mitsingen bei "Happy Day".

Das Singen und Musizieren "in Gottes schöner und freier Natur und die fröhliche Gemeinschaft" gefallen auch Martin Schüder. Er ist mit einer großen Gruppe von 75 Jugendlichen des CVJM Münchberg/Sparneck/Weißenstadt angereist und spricht zu Beginn des Abendessens ein Dankgebet. Die Mehrzahl dieser jungen Christen dreier Vereine aus dem Fichtelgebirge ist hier Stammgast. "Wir kommen gerne nach Bobengrün."

Einen guten Ruf hat die Bobengrüner Pfingsttagung auch in Memmingen und dem Allgäuer Umland. "Wir haben eine lange Tradition von nahezu 50 Jahren. Der Frankenwald ist für unser Glaubensleben stärkend", sagt Erik Sand, der die weite Anreise der 33 CVJMler aus sechs Vereinen organisiert hat. "Wir freuen uns immer auf die frohe Gemeinschaft mit anderen Christen ohne Hektik und wir sind sehr zufrieden."

Das Bobengrün-Fieber hat auch die jungen Gäste des CVJM Großhabersdorf erfasst. "Schon unsere Väter und Großväter waren hier und haben uns viel Gutes erzählt", sagt Simon Nitschky. "Und dies können wir auch bestätigen." Der engagierte Gruppenleiter aus der Gemeinde in der Nähe von Fürth konnte 20 junge Mitfahrer motivieren. "Unsere Erwartungen wurden sogar noch übertroffen."

Erstmals bei der Bobengrüner Pfingsttagung sind die sechs jungen Christen aus der Kirchengemeinde Ansbach/Weihenzell dabei. "Mit Tausenden Menschen Gottes Verheißungen zu hören ist etwas Wunderbares", schwärmt Daniel Haizmann. Er und seine Freunde nehmen auch mit Freude am Indiaca-Turnier teil.

"Warum in Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah", sagten sich die 25 Teilnehmer vom Jugendbund Leupoldsgrün. "Eine große Gemeinschaft erleben von Menschen, die auch mit Gott leben wollen, empfinden wir als stärkend und ermutigend", sagt Christoph Kießling, der hofft, von den Ideen der Redner der Tagung etwas für seinen Glauben mitnehmen zu können.

Diese Hoffnung hat auch Christa Ulsheimer, die gemeinsam mit fünf Mädchen des CVJM Nürnberg angereist ist. "Wir haben da schon einige Erwartungen, die sich nach den ersten Eindrücken aber auch erfüllen lassen."

Die Verpflegung ist gut und wird von den Teilnehmern gelobt. Der legendäre Gulasch-Eintopf aus die Großküche bei der Firma Sommermann schmeckt. Es gibt aber auch vegetarisches Essen und Früchtejoghurt als Nachtisch. Viel Lob gibt es auch für die Butter-Pfingstwecken - mit und ohne Rosinen - zum Frühstück.

Eine Neuerung gibt es am Pfingstsonntag: Als Alternative zum Waldgottesdienst findet für Jugendliche von 13 bis 16 Jahren am Zeltplatz ein Jesus-Meeting mit Daniel Gass vom Team des CVJM Bayern und den "Fackelträgern" statt.

Zeltlager-Chef Dieter Baderschneider ist mit dem Ablauf zufrieden. Dies gilt auch für die BRK-Bereitschaft Naila, wo Johannes Jordan mit seinem Helferteam nur ein paar kleine "Wehwehchen" zu verarzten hatte. Viel zu tun haben hingegen Jürgen Wälzel und sein Helferteam vom CVJM Naila, die für die Organisation des Indiaca-Turnier zuständig sind, an dem sich über 50 Mannschaften beteiligen. Mit der Schlussversammlung am Pfingstmontag endet die Tagung mit Dr. Johannes Reimer zum Thema "Gott führt - in eine turbulente Welt".

 
 

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