Naila Ein Bau für den Notfall

Sandra Hüttner
Spatenstich für den Erweiterungsbau (von links): Bayernwerk-Kommunalkundenbetreuer Ralf Schwarz, Landrat Oliver Bär, Bürgermeister Frank Stumpf, der Leiter des Bayernwerk-Kundencenters in Naila, Markus Seidel, Service-Leiter Service Max Bodenschatz, Leiter Immobilienmanagement Uwe Heigl, Leiter Planung Felix Wolfrum und vom Planungsbüro SRP Consult Maximilian Hormann. Foto: Hüttner

Die Bayernwerk Netz GmbH will den Kundencenter-Standort in Naila erweitern. Drei Millionen Euro investiert sie dafür.

Ein aufgeschütteter Steinhaufen zeugt noch vom Abriss des früheren Umspannwerkes in Naila im vergangenen Jahr. An gleicher Stelle soll jetzt ein Störungslager entstehen. Markus Seidel, Leiter des Bayernwerk-Kundencenters in Naila, bezifferte die Kosten dafür mit rund drei Millionen Euro.

Störungslager

Entstehen wird neben dem Störungslager auch eine Unterstellhalle. „Die Bauzeit für das Projekt ist bis Ende 2023 geplant“, erklärte Seidel. „Mit Blick auf die Kosten ist festzustellen, dass wir mit weniger kalkuliert hatten, aber die aktuellen Krisen schreiben die Preise und die Personalmangel fort“, sagte der Leiter der Nailaer Kundenservice-Center – die Preise seien um das doppelte gestiegen. „Nichtsdestotrotz werden wir in den Standort Naila investieren, weil es uns wichtig ist, für die Region und für die Landkreise eine Störungsbehebung bei Schäden und die Stromversorgung für unser Gebiet sicherzustellen“, versicherte Markus Seidel. Vor allem bei Störungen sei es wichtig, dass notwendige Material vor Ort zu haben. Wichtig sei auch der Netzausbau vor Ort. Um lange Lieferzeiten für Trafostationen oder Kabel zu vermeiden, sei es wichtig diese Materialien vorzuhalten. „Nur mit einem zügigen Netzausbau kann die Energiewende vorangebracht werden“, betonte Seidel. Genauso wichtig sei es auch, Hubsteiger und Notstromaggregaten in der neuen Unterstellhalle vorzuhalten. Für Seidel ist es von Vorteil, dass nun alles auf einer Fläche gebündelt wird und der Nachhaltigkeitsgedanke mit kurze Wegen zum Tragen komme. „Wir wollen die vorhandenen Ressourcen nutzen und nicht auf der grünen Wiese bauen“, betonte Seidel.

Nachhaltig arbeiten

Dabei stehe der Nachhaltigkeitsgedanke im Zentrum der Überlegungen. „Um das Gelingen der Energiewende für eine klimaneutrale Zukunft zu sichern, müssen wir die Infrastruktur erweitern. Wir legen Wert darauf, nach Möglichkeit im Einklang mit Natur und Umwelt zu arbeiten und das Vorhandene zu nutzen.“

Landrat Oliver Bär würdigte das Engagement des Bayernwerks für zuverlässige Energieversorgung in der Region: „Die Bedeutung der Energieversorgung und die Herausforderungen in einem sich stark wandelndem Umfeld nehmen immer weiter zu. In dieser Hinsicht ist es gut, starke Partner wie das Bayernwerk zu haben, die auch weiterhin eine sichere Versorgung in und für die Region gewährleisten.“ Zudem freute sich der Landrat und wenig später auch der Bürgermeister Frank Stumpf über die Erweiterung vor Ort. „Dies ist keine Selbstverständlichkeit, und dahinter stehen zahlreiche Gespräche und unterm Strich eine gute Lösung“, sagte der Landrat.

Keine Wende ohne Netz

Bär betonte, dass der Ausbau an erneuerbaren Energien mit Windkraft und PV-Anlagen nichts bringe, wenn der Netzausbau nicht stimmig sei. „Der Netzausbau in Deutschland ist bei weitem noch nicht auf das vorbereitet, was insgesamt an Strombedarf durch erneuerbare Energien gesehen wird“, erläuterte Bär. Deshalb sei es wichtig, Stück für Stück voranzugehen. „Und dafür ist Bayernwerk ein verlässlicher Partner.“

Bürgermeister Stumpf ergänzte: „Durch den Neubau des Umspannwerkes an der B 173 war der Weg frei für eine Erweiterung des Kundencenters Naila am Kugelfang.“ Stumpf betonte, dass es insbesondere bei Grundstücksverhandlungen „unheimlich schwierig“ sei, auf einen gemeinsamen Punkt zu kommen – dafür müssten viele miteinander an einem Strang ziehen. Und das sie hier geschehen. Stumpf machte klar, dass der Neubau zugleich ein Stück Sicherheit für die Menschen vor Ort werde. „Der Strom kommt zwar aus der Steckdose, aber dafür braucht es ein Netz und zudem schnelle Behebungen bei Störungen“, betonte Stumpf.

E-Ladesäulen

Bayernwerk-Kommunalkundenbetreuer Ralf Schwarz sagte, dass man sich schon mitten in der Energiewende befinde, nicht erst seit der medialen Aufmerksamkeit. „Wir haben schon vorher begonnen und praktizieren die Energiewende vor Ort“, unterstrich Schwarz. Mit der Erweiterung habe man rechtzeitig reagiert, und dies gemeinsam mit dem Landkreis und der Stadt Naila. Zudem wies Schwarz auf die „gelebte Praxis“ der Energiewende bei Bayernwerk hin und machte auf die zahlreichen E-Ladesäulen aufmerksam.

 

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