In Marxgrün und in Issigau haben die Bewohner ausgiebig die Kärwa gefeiert. In Marxgrün eröffnete der Kärwa-Tanz im Gemeindehaus mit der "Franken Banda" die Feiern. Am darauffolgenden Vormittag starteten die Kärwa-Burschen zum zweitägigen Kärwa-Umzug in Marxgrün und Hölle (linkes Bild). "Es war ein berauschendes Erlebnis mit guter Stimmung. Den Anwesenden hat es gefallen, aber es hätten durchaus noch mehr kommen können", bilanzierte Christian Popp. Da noch nicht alle wieder fit waren, erfreuten statt der 25 Kärwa-Leut erst einmal nur 15 mit Musik und Gesang die Marxgrüner. Start war auf dem Bauernhof Bayreuther mit einem deftigen Frühstück als Unterlage für den langen Tag. Die Truppe hatte für die Ständerla-Tour je Tag vier bis fünf Verpflegungsstationen organisiert. Die Burschen trugen lange rote Bänder an ihren Hüten; sie führten einen geschmückten kleinen Leiterwagen mit. Das Lied "Frau Meier, Frau Meier, hat gelbe Unterhosen an" erklang, begleitet von Stefanie Pittroff mit der Gitarre und Bernd Lorenz mit der Quetschen. Kastagnetten, Triangel, Schellen und Teufelsgeige kamen dazu nach Lust und Laune ebenfalls zum Einsatz. "In Marxgrün is Kärwa heit", lautet das oft gesungene, selbst gedichtete Lied zur Melodie "In der Weihnachtsbäckerei". Bereits an den Wochenenden vor der Kärwa hatten sich die Marxgrüner Madla und Burschen zum Einüben der Kärwa-Lieder getroffen; dabei war das Marxgrüner Kärwa-Lied entstanden. "Kärwa, Kärwa, Kärwa is heit, seit lustig ihr Leit, weil Kärwa is heit", klang es in Issigau. Was in anderen Ortschaften des Frankenwaldes gang und gäbe ist, erschallte in Issigau nach 24 Jahren erstmals wieder. Am Sonntagvormittag machten sich Burschen mit feschen Hüten und die Madla in Dirndln auf den Weg durch Issigau, um den Bewohnern Ständerla zu singen. Von Haus zu Haus zog der singende und musizierende Trupp. Vorsitzender Karl-Heinz Schmidt transportierte die Musiker: Andreas Rieß am Schlagzeug, Gerd Spörl an der Quetschen und Uwe Stöcker an der Gitarre, unterstützt von Teufelsgeige und Waschbrett, je nach Musik. Viele Türen öffneten sich, die Issigauer warfen Spenden in eine Dose ein und tranken einen Kärwa-Schnaps. "Diese Spenden sind für die Finanzierung der geplanten Soccer-Anlage eingeplant", erklärte Vorsitzender Karl-Heinz Schmidt. Er hatte mit seinem Team schon am Vorabend ins VfL-Sportheim zum Kärwafeiern eingeladen. Fotos: Sandra Hüttner