Geroldsgrün - Ein nicht alltäglicher Diebstahl hat sich am Dienstagvormittag in der vergangenen Woche im Geroldsgrüner Forst ereignet. Der Tatort liegt an der Landkreisgrenze zu Kronach in der Nähe der Ortschaft Schnaid. Dort war ein Mitarbeiter der Firma Top Forst aus dem Landkreis Augsburg mit einem Harvester, einer Holzerntemaschine, mit Waldarbeiten beschäftigt. Als der Harvester kurz unbeaufsichtigt war, nutzte der Täter die Gunst der Stunde und stahl den Fahrzeugschlüssel. Mit einem Ersatzschlüssel war es dem Forstwirt möglich, weiterzuarbeiten. Vermutlich ein und derselbe Täter hat in der Nacht zum Donnerstag ein zweites Mal zugeschlagen: Der Unbekannte hat die Batterie des Harvesters kurzgeschlossen und die Verschraubung der Dieselleitung gelöst. "Es war derselbe Harvester", bestätigt Daphne Weihrich. Sie ist als Revierleiterin des Forstbetriebs Nordhalben für Wolfersgrün zuständig; sie betreut das 1750 Hektar große Staatswaldrevier zwischen Wolfersgrün und Geroldsgrün mit dem Thiemitz-, dem Lamitz- und dem Langenautal. "Nach dem Stillstand am Donnerstag und Freitag wurde der Harvester am Montag repariert und ist wieder im Einsatz", berichtet Weihrich. Die Hintergründe der Sabotage kann sie sich nicht erklären. "Da war einer gezielt unterwegs. Von der vorbeiführenden öffentlichen Straße ist das Spezialgerät nicht zu sehen. Bei dem Schlüsseldiebstahl war die Maschine mitten im Wald und bei der Sabotage am Waldweg abgestellt." Die Revierleiterin vermutet, dass sich die Sabotage vielleicht gegen die maschinelle Holzernte an sich richtet. "Das finden viele Menschen schlimm. Dabei können wir gar nicht anders, denn händisch würden wir dem Käferholz gar nicht mehr Herr werden", betont Daphne Weihrich. So kann sie sich einen extremen Naturschützer hinter den Taten vorstellen - oder aber Langeweile. "Die Kahlflächen im dortigen Waldgebiet sind dem Borkenkäfer geschuldet und nicht der Holzernte", erklärt die Revierleiterin. Die Sorglosigkeit mit offenen Fahrzeugen im Wald ist jedenfalls vorbei. "Ich habe allen Waldarbeitern geraten, die Fahrzeuge abzuschließen. Bisher konnte man wirklich sein Auto mit offenen Türen im Wald belassen, nie gab es Vorkommnisse", erzählt sie.