Naila - Das Museum im Schusterhof öffnet wieder, ab dem 6. August – allerdings nur mit Anmeldung, für eine Gruppe mit bis zu zehn Personen oder eine Familie, wie Museumsleiter Wolfgang Brügel erläutert. Er hat bereits zwei Anmeldungen vorliegen, von Familien aus Österreich und Berlin auf der Durchreise. Das Thema bis in den Herbst lautet „Heimatschatz – Fluchtballon – Ozünder“ und umfasst die Weißnäherei, Dokumentarfilme zur Ballonflucht und Geschichten von Ulrich Rockelmann und Jakob Postleb, die vorgelesen werden. In der Schusterwerkstatt sind in einer Vitrine nun auch die weithin bekannten Zudelsocken der Bürgeraktion Lichtenberg ausgestellt. Zotelsocken, Zudeldatschen, Zottelsocken oder Zutelsocken, Schreibweise, Namen und Aussehen dieser Fußwärmer sind vielfältig. „Bereits Dr. Wilhelm Reichel hat in seinem Buch ,Topografie und Ethnografie des Königl. Gerichtsbezirkes Naila’ von 1864 im Kapitel ,Kleidungsweise’ darüber berichtet. Die Zudeldatschen gehören in unsere Region des östlichen Frankenwaldes“, erklärt der Museumsleiter. Er präsentiert auch einen Überschuh aus dickem Filz mit Holzsohle. „Diese haben die Menschen beim Verlassen des Hauses über die Hausschuhe gezogen. Binden oder schnüren war nicht notwendig.“ Renate Bernstein von der Lichtenberger Bürgeraktion berichtet schmunzelnd von den Erzählungen ihres Vaters Anton Singer aus Thierbach. „Zum Konfirmandenunterricht 1910 sind die Langenbacher in Zudeldatschen nach Bad Steben in die Lutherkirche gelaufen.“ Es wird emsig diskutiert, da die dünne Ledersohle oder das noch dünnere Sackleinen als Sohle so einen Marsch wohl nicht überstanden haben. Und es ist noch weit mehr im Museum Naila zu entdecken.