Feuerwehr rettet Kind Trogen entgeht knapp der Katastrophe

Am frühen Dienstagmorgen brennt es an der Kirchstraße in Trogen. Unter den Bewohnern ist auch ein Kind.

Trogen - Es gibt Situationen, die sich Eltern nicht einmal vorstellen möchten. Dass dem Kind etwas zustößt, dass man nicht da ist, um ihm zu helfen. Und es gibt Situationen wie jene, die sich am Dienstagmorgen in Trogen abgespielt hat: Die Mutter steht vor dem brennenden Haus, in dem sich noch ihr Kind befindet. Wohl kaum jemand kann sich in die Ängste hineinversetzen, die die Frau am Morgen durchstehen musste.

Um kurz nach 6 Uhr war der Alarm bei der Trogener Feuerwehr eingegangen. Stellvertretender Kommandant Marco Bayer war zu diesem Zeitpunkt noch im Winterdienst für die Gemeinde unterwegs.

Als die Alarmierung wegen eines Zimmerbrandes in der Kirchstraße nur etwa 200 Meter oberhalb der Pfarrkirche eingeht, lässt Bayer alles stehen und liegen und eilt zur Wache, um mit seinen Kameraden zum Einsatzort zu eilen. Dort zeigt sich sofort: Jetzt muss es schnell gehen. Doch die Lage ist noch nicht genau zu überschauen. Die Einsatzkräfte wissen noch nicht, wie viele Menschen sich in dem Wohnhaus mit vier Wohnungen befinden. Es wird nachalarmiert, weitere Kräfte der Feuerwehren Gattendorf, Feilitzsch, Hof, Unterhartmannsreuth und Zedtwitz rücken an, um die Trogener Kameraden zu unterstützen. Um die 80 Feuerwehrleute sind mittlerweile im Einsatz.

Die Trogener Wehr und die Unterstützer aus den umliegenden Orten löschen das Feuer. Sechs Bewohner haben es ins Freie geschafft, als sich die Lage zuspitzt: „Mein Kind ist noch im Haus“, schreit die Mutter.

Die Feuerwehren konzentrieren sich jetzt darauf, den siebenjährigen Jungen aus den Flammen zu retten. Die Lage wird noch dadurch erschwert, dass die Rettungswege mittlerweile versperrt sind und die Einsatzkräfte nicht über die Treppe ins Haus gelangen können. Sie müssen mit der Leiter von außen angreifen. Dann aufatmen: Sie haben den Jungen in einer der Wohnungen gefunden und bringen ihn in Sicherheit.

„Das ist auch für uns der Horror“, sagt Marco Bayer nur wenige Stunden nach dem Einsatz, als er schon wieder im Winterdienst ist. „Das war für alle eine äußerst prekäre Lage“, sagt der stellvertretende Kommandant. „Es war knapp.“ Viele habe nicht gefehlt, dann hätte das Feuer ein Todesopfer gefordert.

Vier Erwachsene und das Kind erleiden, wie Bayer berichtet, schwere Rauchgasvergiftungen. Ins Krankenhaus müssen laut Bürgermeister Sven Dietrich alle sieben Bewohner des Hauses für mindestens 24 Stunden. Dietrich war am Dienstagmorgen zweimal an der Brandstelle. Mit den letzten Feuerwehrleuten verließ er den Unglücksort. „Das Haus ist jetzt unbewohnbar“, sagt er im Gespräch mit der Frankenpost.

Noch am Vormittag rückte eine örtliche Firma an, um das Haus zu sichern und vom Strom- und Gasnetz zu nehmen. „Jetzt muss sich der Grundstückseigentümer kümmern“, sagt der Trogener Bürgermeister. Bereits am Dienstagvormittag hatte er sich mit seinen Bürgermeister-Kollegen der Verwaltungsgemeinschaft Feilitzsch abgestimmt, um die durch den Brand obdachlos gewordenen Trogener irgendwo unterbringen zu können. Der Krankenhaus-Aufenthalt gibt einen kleinen zeitlichen Puffer. Etwas Spruchreifes gab es hierzu am Dienstagmittag noch nicht, doch Dietrich möchte den Betroffenen in jedem Fall die Unterstützung der Gemeinde anbieten. „Wir müssen auch erst einmal schauen, wer darauf angewiesen ist“, sagt Dietrich. Erst dann werde man sehen, wie der Bedarf ist.

Die Polizei hat noch am Dienstagvormittag die Ermittlungen zur genauen Brandursache aufgenommen. Das Polizeipräsidium Oberfranken teilt mit: „Nach derzeitigen Erkenntnissen der Beamten des Fachkommissariats der Kripo Hof war das Feuer in einer Wohnung im Erdgeschoß ausgebrochen. Ursächlich dürfte der unsachgemäße Umgang mit Rauchwaren durch den Bewohner gewesen sein.“

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