Naturschutz Falter als Boten des Klimawandels

Der stark gefährdete Violette Feuerfalter konnte an verschiedenen Serpentinitstandorten durch Eifunde nachgewiesen werden. Foto: /Büro Geyer und Dolek

Die Schmetterlingskartierungen des Landschaftspflegeverbands geben neue Einblicke in die Artenzusammensetzung. Die Standorte dienen als Refugien für seltene und gefährdete Falter.

„Lebende Extreme auf blauem Fels“heißt das Projekt des Landschaftspflegeverbandes (LPV) Stadt und Landkreis Hof, das im vergangenen Jahr einige neue Erkenntnisse brachte, wie der Landkreis nun mitteilt.

Die Naturschützer haben im vergangenen Jahr Kartierungen von Tag- und Nachtfaltern an zahlreichen Untersuchungsflächen auf Serpentinit-Gestein erstellt. Dabei wurde im FFH-Gebiet Woja- und Haidleite das wärmeliebende Purpur-Zwergeulchen nachgewiesen. Laut den Falterspezialisten breitet sich die Art in Deutschland aufgrund des Klimawandels stark aus und wurde in diesem Bereich erstmals in hoher Zahl nachgewiesen. Die Art scheint an der sonnenexponierten Felswand der Wojaleite auf optimale Entwicklungsbedingungen gestoßen zu sein.

Das seltene Serpentinit-Gestein tritt in den Landkreisen Hof und Kulmbach kleinflächig zutage und gehört zu den großen geologischen Besonderheiten in Bayern. Diese Standorte beherbergen eine besondere Pflanzengesellschaft. Grund dafür ist der natürliche Schwermetallgehalt des Gesteins. Am Haidberg bei Zell ist das Gestein sogar magnetisch. Spezielle Pflanzen haben sich an diese Standorte angepasst und finden sich teilweise sogar ausschließlich dort.

Um der besonderen Verantwortung für den Schutz und und auch den Erhalt der Flächen gerecht zu werden, ist es Ziel des Projekts, die offenen Felsstandorte mit deren charakteristischen Pflanzen zu erhalten und wiederherzustellen.

Das knapp zwei Jahre laufenden Projekt wird von der Regierung von Oberfranken mit Mitteln des Bayerischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert und endet vorerst im Dezember 2022. red

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