Neues aus dem Beatles-Archiv
Die Neuauflage von "Rubber Soul" enthält neben der neuen Stereo- und Dolby-Atmos-Fassung auch die originale Mono-Version und die damalige US-Ausgabe. Die großen Editionen bieten zudem zahlreiche bislang unveröffentlichte Demos und Studioaufnahmen, die die Beatles zum Teil sehr privat zeigen.
"Wenn ein Filmteam im Studio ist, verhält man sich anders. Bei Tonbändern gibt es keine Verstellung", sagt Martin. Er freut sich vor allem über einen langen Mitschnitt, in dem die Musiker miteinander reden. Solche Momente seien selten. Ringo Starr etwa sei kaum zu hören, weil er nie in der Nähe eines Mikrofons gewesen sei.
Eine echte Entdeckung ist "Little Girl", eine Song-Skizze von John Lennon, über die laut Plattenfirma bislang nicht einmal Gerüchte kursierten. Die Aufnahme stamme von einem privaten Tonband aus dem Besitz der Lennon-Familie, sagt Martin. Sie habe dumpf geklungen und sei nur behutsam bearbeitet worden. "Es ist wichtig, dass die Dinge so klingen, wie sie sind."
Paul und Ringo haben das letzte Wort
Für April 2028 sind vier Spielfilme von Regisseur Sam Mendes angekündigt, einer über jedes Bandmitglied. Giles Martin ist als ausführender Musikproduzent dabei, verraten darf er nichts. "Ich habe letztes Mal Ärger bekommen", sagt er. "Ich glaube, sie werden großartig. Mehr kann ich nicht sagen."
Bei "Rubber Soul" hatten Paul McCartney und Ringo Starr das letzte Wort. "Sie müssen alles absegnen. Sie können mich jederzeit feuern", sagt Martin. Ob er überhaupt der Richtige für diese Arbeit sei, frage er sich manchmal selbst. "Wahrscheinlich nicht. Aber ich war gerade der Einzige im Raum."