Neue Halle Stromschienen aus Rehau für die Welt

Mitarbeiter der Firma Rehau, Vertreter aus Politik und Wirtschaft läuten mit dem Spatenstich symbolisch den Bau einer neuen Produktionshalle ein. Im Vordergrund sind Stromschienen zu sehen, die hier gefertigt werden sollen. Foto: /Ertel

Die Firma Rehau investiert fünf Millionen Euro in eine neue Produktionshalle. Ab Ende 2022 sollen hier Schienen für U- und S-Bahnen gefertigt werden.

Die meisten jungen Rehauer wünschen sich einen Wasserspielplatz, einen Pumptrack oder einen Bolzplatz. Das hat eine von der Stadt kürzlich durchgeführte Umfrage ergeben (wir berichteten). Der junge Max Lang hingegen hat eine Vision, die weiter in die Zukunft reicht: Er träumt von einer U-Bahn für seine Heimatstadt. Die Pläne dafür hat er an Bürgermeister Michael Abraham geschickt. Dieser präsentierte die Entwürfe des jungen Visionärs am gestrigen Mittwoch während des Spatenstichs bei der Firma Rehau, die vorhat, in der Sudetenstraße – gegenüber dem Rehau Werk Oxonium – eine neue Produktionshalle zu bauen. Wenn das Fertigungs- und Konfektionscenter – wie geplant – Ende 2022 fertig ist, werden hier stromführende Schienen für den U- und S-Bahnbetrieb produziert, die mit einem Polymercover ummantelt werden.

Ob die Pläne von Max Realität werden, wird die Zukunft zeigen. „Aber wir haben jetzt schon die richtigen Produkte am Ort“, sagte Abraham. Denn in Rehau werden Stromschienen hergestellt. „Die geplante Produktionshalle ist ein elementarer Schritt in die Weiterentwicklung dieses Geschäftsbereichs“, sagte Ralf Dingeldein, der Leiter der Division Industrial Solutions, im Beisein der Mitarbeiter, Vertreter aus Politik und der Wirtschaft. Seit über 30 Jahren beliefere die Firma Mobilitätsanbieter und Generalunternehmer aus aller Welt – darunter in Bangkok, Singapur und London.

Die Gesamtinvestition für den Neubau – inklusive der technischen Einrichtung – beläuft sich auf etwa fünf Millionen Euro. Die Investition sei angesichts der steigenden Rohstoffpreise eine Herausforderung, betonte Dingeldein. Deshalb sei der Bau der Produktionshalle in Rehau ein klares Bekenntnis zum Forschungs- und Entwicklungsstandort. Die „hochmoderne Produktionsstätte“ solle aus 4100 Quadratmetern Produktionsfläche und 5000 weiteren Quadratmetern Außengelände bestehen.

Zu den geplanten Produktionskapazitäten will sich Dingeldein aus Wettbewerbsgründen nicht konkret äußern. Nur so viel: Die Länge der in einem Jahr produzierten Schienen soll fünfmal die Erde umfassen. Aktuell sind 25 Mitarbeiter in dem Bereich beschäftigt, ihre Zahl soll perspektivisch verdoppelt werden. Die zusätzlichen Mitarbeiter werden nun angeworben.

Der Neubau sei nicht nur ein Bekenntnis zum Standort, sondern auch ein Zeichen dafür, dass sich das Unternehmen für den Zukunftsmarkt aufstellt, sagte CSU-Abgeordneter Hans-Peter Friedrich. Dazu gehöre Energiesparen, Effizienz und Mobilität. Eine Herausforderung sei angesichts der Automatisierung und Digitalisierung der Mangel an Fachkräften.

Stellvertretende Landrätin Annika Popp lobte den Mut, die Entschlossenheit und die Zuversicht der Verantwortlichen. Das Unternehmen setze positive Signale in Zeiten der Verunsicherung.

Zuletzt hatte die Rehau vor allem durch Pläne zur Neustrukturierung und Stellenabbau von sich reden gemacht.

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