Neue Ortsmitte entsteht Bürger sammeln Ideen für Tröstaus Mitte

Ein Bagger rollt auf dem Haumann-Areal an: Bis Anfang 2023 soll dort ein Ort des Zusammenkommens für Bürger und Vereine entstehen. Foto: /Florian Miedl

Bei der Informationsveranstaltung gibt es neue Ansätze für die Gestaltung des Haumann-Areals. Rainer Klein nennt den Zeitplan „sportlich“.

Tröstau - Es ist eine Operation am offenen Herzen Tröstaus: Im Zentrum der Gemeinde, auf dem Haumann-Areal, soll bis Anfang 2023 eine neue Dorfmitte entstehen. Dazu hatte die Gemeinde zu einer Bürgerinformationsveranstaltung geladen, worauf sich – der Pandemie geschuldet – nun online 25 Teilnehmer über die Transformation der Fläche austauschten.

Blick in die Vergangenheit

Rückblick: Der Startschuss für das Projekt Haumann I fiel im Februar 2017, der zugehörige Förderbescheid über 430 000 Euro folgte im Juni 2019. Konkrete Pläne, was die Gestaltung betrifft, gab es damals jedoch noch nicht. Der Gemeinde Tröstau in die Hand spielte die Tatsache, dass in der Förderoffensive Nordostbayern (Fonob) kurzfristig ein Betrag von mehr als zwei Millionen Euro zur Verfügung stand. Damit sollte eine ehemalige Kleiderfabrik in der Talstraße erworben und abgebrochen werden und eben die Gestaltung auf dem Gelände der einstigen Firma Holz-Haumann weitergehen. Der Rückbau der Werkshalle startete im Frühjahr 2020.

Kurzfristig brachte die Gemeinde eine Projekterweiterung (Haumann II) in die Fonob. Es ging um den Abriss der maroden Trockenhalle, die der Bauhof bis zuletzt als Abstellfläche nutzte, den Bau eines Gebäudes und die Gestaltung der Freifläche.

Abriss umstritten

Der Abriss der Scheune ist jedoch nicht unumstritten. Einige Tröstauer hätten sie gerne als Kulturscheune erhalten. Der Haken daran: Eine Sanierung komme teurer und dauere länger als Abriss und Neubau einer Festscheune. So argumentierte Bürgermeister Klein im September im Gemeinderat. Außerdem sitze der Gemeinde die Zeit im Nacken. Damit das 1,3-Millionen-Euro-Projekt zu 90 Prozent gefördert wird, müsse es bis zum 31. Dezember 2022 abgeschlossen sein, sagte der Bürgermeister.

Ausgangspunkt für das Projekt Haumann II war der schlechte Bauzustand der Trockenhalle. In der Fördermaßnahme ist die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses mit 280 000 Euro einkalkuliert.

Neue Ortsmitte entsteht

Die derzeitige Planung sieht eine offene Dorfmitte mit einer Freifläche für Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt oder das Maibaumaufstellen vor. Auch den vorhandene Werkskanal will die Gemeinde einbinden. Möglich seien ein Wasserspielplatz und ein Wasserrad. „Es soll eine Örtlichkeit mit echter Aufenthaltsqualität entstehen“, sagt der Rathauschef. „Es wird eine Dorfmitte kreiert, die Tröstau vorher nicht hatte.“ Zuständig für die Umsetzung ist das Architekturbüro „Die Halle“ aus Hof. Erste Gespräche mit den Verantwortlichen seien bereits geführt worden.

Durch die Beteiligung der Bürger in die Planung wolle man offen und transparent bleiben, sagt Klein. Daher auch die Infoveranstaltung. Thema war unter anderem die optische Gestaltung des Ersatzbaus. Außerdem sollten Ideen für ein „Gesamtkonzept“ gesammelt werden: Wie soll sich Tröstau in den kommenden zehn bis 15 Jahren entwickeln? Dabei stand vor allem die Infrastruktur, also die Verbindung des Areals mit dem Rathaus, im Fokus.

Auch das Thema regenerative Energien wurde laut Klein angesprochen. Die Firma Holz-Haumann nutzte bereits Wasserenergie. Seitens der Bürger sei der Wunsch aufgekommen, die vorhandenen Turbinen weiter zu nutzen und Wasserenergie auch in die Neugestaltung des Areals aufzunehmen. Das neue Dorfgemeinschaftshaus selbst solle lichtdurchflutet sein. Der maximal hundert Quadratmeter große Neubau solle bis zu 150 Menschen Platz bieten.

Beispiel Niederlamitz

Dass ein solches Konzept funktionieren kann, dafür gibt es viele Beispiele – auch im Landkreis. Rainer Klein sieht im Kirchenlamitzer Ortsteil Niederlamitz ein kleines Vorbild für das Vorhaben. Mit dem Bau der Hammerscheune entwickelte sich dort eine ehemalige Brache zu einer neuen Ortsmitte, die obendrein mit einem Staatspreis ausgezeichnet wurde.

Bürgermeister Klein mahnt jedoch, die finanziellen Rahmenbedingungen nicht aus den Augen zu verlieren. „Jeden Wunsch können wir leider nicht erfüllen. Aber wir geben uns Mühe, möglichst viele Ideen der Bürgerinnen und Bürger zu berücksichtigen.“

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