Neue Radtrasse Über Stammbach bis an die Ostsee

Timo Schmidt
Landrat Oliver Bär (links) Foto: /Schmidt

In Stammbach haben die Bauarbeiten an einer neuen Radweg-Trasse begonnen. Der Bund hat den Teilabschnitt erheblich gefördert. Und das aus gutem Grund.

Zuerst wollte Oliver Bär nicht, dann ließ sich der Hofer Landrat (CSU) schließlich doch noch überreden: Überraschend gekonnt flogen am Dienstagmorgen seine Hände über die Hebel des Baggers, dessen Schaufel schnell die obersten Erdschichten auf der Wiese am südlichen Ortsrand von Stammbach entfernte.

Mit diesem Bagger-Spatenstich begannen offiziell die Bauarbeiten an einem neuen Abschnitt des Flüsseradweges im Hofer Landkreis. Die mehr als ein Kilometer lange Strecke beginnt kurz vor Gundlitz und läuft in Richtung Stammbach auf der linken Seite neben der Kreisstraße. Dort soll eine Querungshilfe auf Höhe der Kläranlage entstehen, damit Radfahrer und Fußgänger die Kreisstraße sicher überqueren können. Dann verläuft der Radweg ein kurzes Stück Richtung Rindlas, an der Kläranlage vorbei. Dann folgt entlang der Marktgemeinde ein etwa 650 Meter langes Wegstück, das in Zukunft auch als Wirtschaftsweg genutzt werden soll. Es mündet schließlich in die Talstraße in Stammbach ein. Im September sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Mit größeren Herausforderungen und Verzögerungen rechnen die Verantwortlichen nicht.

Die Strecke ist Teil der geplanten, etwa sechs Kilometer langen Radweg-Trasse zwischen Gundlitz, Stammbach und Förstenreuth. Noch in diesem Jahr soll zwischen Stammbach und Förstenreuth ein weiterer Teil der Trasse entstehen. Dieser soll 2023 fertig werden. Auch die Planungen für das letzte Radweg-Teilstück von Stammbach in Richtung Gundlitz laufen derzeit, teilt Alexander Künzl vom Tiefbauamt des Hofer Landratsamtes auf Anfrage mit. Der Landkreis macht beim Radweg-Ausbau Tempo: Bis 2024 sollen insgesamt sechs neue Trassen entstehen.

Die nun bebaute Strecke besteht aus fünf Unterabschnitten. „Für jeden gelten unterschiedliche Vorgaben, um überhaupt eine Förderung zu erhalten“, erklärt Bär. Bei diesem Abschnitt lag eine besondere Herausforderung darin, dass ein Teil der Strecke durch ein Wasserschutzgebiet verläuft. Stammbachs Bürgermeister Karl Philipp Ehrler (CSU) betonte aber, dass es bei der Lösungssuche mit dem Wasserwirtschaftsamt und auch bei den Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern entlang der Strecke nicht zu Problemen gekommen sei.

„Dieser Radweg-Abschnitt hier ist wichtig für Stammbach, den Landkreis Hof und anscheinend auch für Deutschland“, sagte Landrat Oliver Bär. Das zeige sich daran, dass der Bund im Rahmen des Förderprogramms „Radnetz Deutschland“ die kompletten Baukosten für den Abschnitt entlang der Kreisstraße übernimmt. Den auf dem Stammbacher Gebiet entstehenden Radweg bezuschusst hingegen der bayerische Freistaat mit mehr als 121 000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Gesamtkosten für die Trasse auf rund 690 000 Euro. Förderfähig war der Neubau der Fahrradstrecke Stammbach-Gundlitz vor allem deswegen, weil sie zum erweiterten Teil der „D11“-Fahrradroute gehört. Diese knapp 1700 Kilometer lange Strecke führt von Rostock bis ins oberbayerische Freilassing an der österreichischen Grenze.

Eine weitere Besonderheit der nun entstehenden Trasse: Bei den Planungen musste sich das Hofer Landratsamt eng mit ihren Kulmbacher Kollegen abstimmen, weil ein Teil der Fahrradstrecke zwischen Stammbach und Gundlitz auf dem Gebiet der Stadt Marktleugast im Landkreis Kulmbach liegt. „Die Zusammenarbeit hat aber wunderbar funktioniert“, freut sich Landrat Oliver Bär. Sein Amtskollege aus Kulmbach, Klaus Peter-Söllner (Freie Wähler), konnte zu dem Spatenstich nicht kommen.

„Zum Glück haben wir die Brücke an der Kläranlage schon saniert“, meinte Stammbachs Bürgermeister Karl Philipp Ehrler. „So kommen sich jetzt keine Baustellen in die Quere.“ Er sei sehr glücklich über das Projekt, schon bevor es eigentlich begonnen habe, erklärte Ehrler. In der Vergangenheit sei er mit der Familie schon öfter nach Kulmbach mit dem Fahrrad gefahren. „Und der Abschnitt hier auf der Kreisstraße war immer der gefährlichste“, erklärt er. Ab Herbst soll die Radtour Richtung Kulmbach deutlich sicherer werden.

 

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