Neuer Kindergarten in Marktleuthen Viel Platz und kurze Wege

Kindergartenleiterin Regina Hager (links), Foto: /Katrin Lyda

Jetzt steht fest, wie der neue evangelische Kindergarten in Marktleuthen aussehen soll: Nach dem Architektenwettbewerb, bei dem 15 Entwürfe eingegangen sind, hat ein Gremium die Vorschläge bewertet und sich für einen entschieden.

Marktleuthen - Bereits als er im Jahr 2015 nach Marktleuthen kam, musste der evangelische Kindergarten mit einer Notgruppe arbeiten, weil die Räume aus allen Nähten platzten, schildert Pfarrer Ralf Haska den dringenden Handlungsbedarf. Nach eingehender Prüfung stellte sich heraus, dass es mit einer Ertüchtigung und Erweiterung nicht getan war, ein Neubau war nötig. Aktuell werden rund 45 Kinder in der Einrichtung betreut, im Neubau sind 87 Plätze vorgesehen.

Die Gestaltung des Neubaus wurde europaweit ausgeschrieben, ein halbes Dutzend Architekturbüros aus der Region direkt eingeladen, sich zu bewerben. In dem Räumen sollen mehrere Kindergruppen betreut werden können. Barrierefrei sollte der Zugang sein, Freiflächen eingebunden werden und – bei aller Eigenständigkeit zu den bestehenden Gebäuden – dem bisherigen Kindergarten und dem Gemeindehaus – eine harmonische Ergänzung entstehen. 13 Entwürfe wurden schließlich eingereicht, aus denen eine Kommission am vergangenen Freitag den geeignetsten auswählte.

Hochkarätige Entwürfe

„Hochkarätige Entwürfe waren darunter. Alle Vorschläge waren durchdacht und wiesen interessante Detaillösungen auf. Es war sehr schwierig, sich für einen zu entscheiden. Wir haben den ganzen Freitag von früh bis in tief die Nacht diskutiert und abgewogen“, erzählen Kindergartenleiterin Regina Hager, Pfarrer Ralf Haska und Bürgermeisterin Sabrina Kaestner. Sie haben zusammen mit drei am Wettbewerb unbeteiligten Architekten sowie stellvertretender Kindergartenleiterin Stephanie Künzel und Rita Kleier, zuständig für die Fachaufsicht bei Kindertageseinrichtungen im Landkreis Wunsiedel, die Arbeiten gesichtet. Der Siegerentwurf kam aus einem Büro aus Dresden.

Die Arbeiten wurden anonym bewertet, die Namen der Bewerber erst im Anschluss preisgegeben. Letztendlich fiel die Entscheidung zugunsten eines Entwurfs aus, der für den Kindergartenalltag eine optimale Raumaufteilung aufwies: kompakt angelegt, kurze Wege innerhalb der Einrichtung und vom Zugang her. Besonders gefiel, dass sich Ruheraum und Sanitärraum der Krippengruppe unmittelbar an den Gruppenraum anschlossen. Auch gibt es eine von außen zugängliche Toilette, was die Aufsicht erleichtert. „Das erschien uns optimal gelöst“, sagt Kindergartenleiterin Regina Hager.

Einzug frühestens Herbst 2023

Bis die Kinder einziehen können, dauert es jedoch noch mindestens zwei Jahre: Zunächst muss nachgeplant werden, erst dann können die Arbeiten ausgeschrieben werden. Als frühesten Baubeginn rechnet Bürgermeisterin Sabrina Kaestner mit Frühjahr 2022. Danach sollte es dank der Holzständerbauweise schnell gehen – wenn alles klappt, könnte die Einrichtung schon zum Kindergartenjahr 2022/23 im September öffnen.

Die eingereichten Arbeiten sind am Freitag, 4. Dezember, von 17 bis 19 Uhr, und am Samstag, 5. Dezember, von 9 bis 12 Uhr in der Stadthalle (Nebeneingang rechts an der Halle) ausgestellt.

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