Dabei kann natürlich nicht jedes Genre ihr Steckenpferd sein. Sie bestreiten quasi den modernen Fünfkampf der Musikbranche: Denn Künstler, die sich nur auf eine Musikrichtung spezialisieren, haben mitunter mehr oder bessere Tricks für ihr Genre auf Lager.
Manchmal fallen ihnen Song-Ideen auch direkt vor die Füße. Ein Wort, das sie einfach "total geil" finden und der Rest schreibt sich wie von selbst.
Genauso war es auch bei dem titelgebenden Song des Albums: "Boah, da kriegt man ja richtig Tanzneid", soll der Schauspieler Uke Bosse beim Musikvideodreh zu "Elevator Operator" gesagt haben. Gegenüber waren die Menschen für einen Take am Tanzen - Uke, Kevin und Nico hatten Drehpause und waren neidisch auf die gute Stimmung.
Sicher vor der KI?
Ganz sicher vor den Einflüssen der Künstlichen Intelligenz auf die Musikbranche fühlt sich Electric Callboy trotz individuellem Sound und Band-Attitüde aber nicht. Die KI lerne schnell, der Weg von CDs zu Streaming sei kurz gewesen und die Welt werde immer unpersönlicher, meint Kevin. Wenn das so weitergehe, brauche es bald keine echten Künstler mehr auf der Bühne.
Die Musik von Electric Callboy wird am Schreibtisch produziert - gemacht ist sie aber für Live-Shows. "Ich glaube, was die KI nicht erzeugen kann, ist das, was wir sind, wie wir sind, wer wir sind", sagt Nico. Die Identifizierung und das Unerwartete kann ihnen erst einmal keiner nehmen. Bis die KI so um die Ecke denken kann wie Electric Callboy, dauert es wohl noch eine Weile. Bis dahin gab es vielleicht auch ein Konzert in Castrop-Rauxel.