Den vier Bilderbüchern, die bislang zum Werk Armin Sandigs vorliegen – sie thematisieren Aquarelle, Figuren, Köpfe und Radierungen –, fügt der Verlag Wallstein ein fünftes hinzu: „Zeichnungen“. Das tägliche Üben mit Blei- und Farbstiften, schreibt seine langjährige Lebensgefährtin Annette Bätjer, sei die Grundlage von Sandigs künstlerischem Schaffen gewesen. Der gebürtige Hofer, der 1929 zur Welt kam und 2015 in Hamburg gestorben ist, machte sich zwar als Maler vorwiegend abstrakter Bilder einen Namen, aber geradezu obsessiv zeichnete er auch – wie vor allem seine grandiosen „Fantasien“ beweisen, mit starker Neigung zu Karikatur und Witz. Den Auftakt im 100 Arbeiten umfassenden Bildteil des Buches machen 44 weibliche Akte, die dem Betrachter sichtlich lustvoll ihre Nacktheit offerieren. Aufs Schönste trifft darauf der Hinweis des Herausgebers Ekkehard Nümann zu, Sandig habe sich noch in späten Jahren – alle Akte entstanden im neuen Jahrtausend – „für die realistische Form und das Zeichnen nach der Natur“ begeistern können. Wie sagte doch Sandig selbst: „Auch bei der Muse ans Greifbare halten. Keine Seele ohne Busen.“