Neues Gemeinschaftshaus Ein Schmuckstück für ganz Wölsau

Herbert Scharf
Im Beisein der Ehrengäste überreichte (vorne, von links) Franziska Grüner vom Architekturbüro Kuchenreuther einen Scherenschnitt an Elisabeth Thoma vom Bauamt und Oberbürgermeister Oliver Weigel. Foto: /Herbert Scharf

Für 2,1 Millionen Euro wird in dem Marktredwitzer Ortsteil aus einem verfallenen Gebäude ein schmuckes Dorfgemeinschaftshaus. Dort finden Vereine, die Dorfjugend, Senioren und sogar die Feuerwehr ihren Platz.

Der Marktredwitzer Ortsteil Wölsau ist um ein Schmuckstück reicher. Ein altes, verfallenes Haus wird mithilfe des Amtes für Ländliche Entwicklung und findiger Architekten zu einem schmucken Dorfgemeinschaftshaus ausgebaut. Die Maßnahme kostete 2,1 Millionen Euro.

90 Prozent Förderung

Zur Einweihung, die mit einem Tag der offenen Tür verbunden war, begrüßte Oberbürgermeister Oliver Weigel zahlreiche Wölsauer. Sein Willkommen galt auch Regierungsvizepräsident Thomas Engel, Landrat Peter Berek, Baudirektor Franz Kammhuber vom Amt für ländliche Entwicklung sowie dem Architekten Peter Kuchenreuther. „Nach Dörflas und Lorenzreuth ist das bereits die dritte Fertigstellung und Einweihung eines Gemeinschaftshauses in Marktredwitz“, freute sich Weigel. Und: Mit einem ländlich gestalteten Anbau sei auch Platz für die Feuerwehr geschaffen worden. Drei Dinge seien hier zusammengekommen: der Wunsch der Wölsauer nach einem Dorfgemeinschaftshaus, der Wunsch der Feuerwehr nach einer neuen Feuerwehrgarage und ein leer stehendes Gebäude. Unter der Leitung von Maria-Magdalena Stöckert seien Ideen vereint und im Architekturbüro Peter Kuchenreuther konzipiert worden.

Die kalkulierten Gesamtkosten werden zu 90 Prozent über die Sonderförderung zur Beseitigung von Leerständen in Nordostbayern mithilfe des Amtes für Ländliche Entwicklung bezuschusst. Oliver Weigel freute sich darüber, dass die Kostenplanung vermutlich sogar leicht unterschritten werde. Er bedankte sich bei allen „an dem gelungenen Werk“ Beteiligten. Besonders erwähnte der Oberbürgermeister, dass durch die Sanierung des Gebäudes keine neuen Flächen verbraucht und eine historische Bausubstanz erhalten worden seien. „Das ist ökologisch, ökonomisch und nachhaltig.“

Eine neue Bestimmung

Regierungsvizepräsident Thomas Engel sagte, mit dem Umbau sei es gelungen, ein das Ortsbild mitprägendes altes Gebäude zu erhalten und ihm eine neue Bestimmung zu geben. Und das auch noch in Verbundenheit mit der örtlichen Feuerwehr – keine 200 Meter von der Auffahrt zur Autobahn 93 entfernt. Seit 1978, fuhr Engel fort, seien über die Regierung 57 Millionen Euro für Gebäudesanierungen nach Marktredwitz geleitet worden. „Alleine über die Förderoffensive Nordostbayern waren es 27 Millionen Euro. In den ganzen Landkreis Wunsiedel flossen in dieser Zeit rund 59 Millionen Euro.“

Landrat Peter Berek sprach von einem Glückstag für den Landkreis Wunsiedel: Am Vormittag wurde in Weißenstadt die Schule eingeweiht, am Nachmittag das Gemeinschaftshaus. „Eine kluge Entscheidung“ nannte er die Beteiligung der Feuerwehr. Sein Lob und Dank galt dem Amt für Ländliche Entwicklung für die Unterstützung.

Treffpunkt für die Dorfjugend

Architekt Peter Kuchenreuther versicherte, man habe sich viele Gedanken gemacht über die Dorferneuerung in Wölsau. Die Straße sei neu gebaut, Gebäude saniert, der Hochwasserschutz verbessert worden. Dabei habe man auch über die Renovierung des alten Gebäudes nachgedacht. Der Umbau habe im Februar 2020 begonnen. „Nun haben wir in dem Haus viele Gemeinschaftsräume, eine Teeküche, Platz für öffentliche Feste und Feiern, einen Treffpunkt für die Dorfjugend sowie die mögliche Nutzung durch Vereine, Eltern- und Seniorentreffen.“ Sogar die Chronik von Wölsau finde hier Platz, und im Dachgeschoss sei Raum für Veranstaltungen mit rund 80 Menschen. Das Ganze sei barrierefrei erschlossen. Zum Abschluss überreichte der Architekt dem Oberbürgermeister einen Scherenschnitt.

 

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