2015 machte der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) eine seiner gefürchteten Ankündigungen. Wie ein paar Jahre davor, als er der Stadt Augsburg überraschend den Bau eines Uni-Klinikums versprach, verkündete er der Landeshauptstadt München ziemlich aus dem hohlen Bauch heraus den Neubau eines Konzerthauses von internationalem Rang. In einer Zeit, in der Hamburg mit seiner Elbphilharmonie für Aufsehen sorgte und gleichzeitig in München die Spielstätten der Hochkultur zu bröseln begannen, war das ein mächtiger Aufschlag. Als Standort schlug Seehofer das Werksviertel vor, eine Industriebrache am Münchner Ostbahnhof, in der sich im Laufe der Jahre eine freie, bunte und lebendige Kulturszene etabliert hatte. Mitten in diese hinein wollte Seehofer einen kulturellen Leuchtturm setzen, der es mit den Metropolen dieser Welt aufnehmen können sollte.
Neues Konzerthaus 100 Prozent Erlebnis, 50 Prozent Kosten
Jürgen Umlauft 09.07.2026 - 10:00 Uhr