Neujahrsempfang Feilitzsch rollt den roten Teppich aus

Uwe Faerber

Die Gemeinde würdigt ihre Ehrenamtler – und darunter einen ganz besonders: Markus Schmidt gibt den Dank umgehend weiter – an seine Familie und alle, die sich für die Allgemeinheit engagieren.

Bürgermeister Franz Hernandez (links) ehrte ganz besonders Markus Schmidt; mit im Bild ist dessen Ehefrau Antje. Foto:  

Markus Schmidt aus dem Ortsteil Zedtwitz ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich aktiv – in der Landjugend, der Feuerwehr und in Vereinen, als Gründer und Macher, als Ideengeber und Motor. Er ist Gemeinderatsmitglied (Freie Überparteiliche Wählergemeinschaft) und Vize-Bürgermeister und ist weit über die Grenzen der Gemeinde Feilitzsch bekannt. Nicht zuletzt ist Schmidt eine treibende Kraft, die Zedtwitz zum Gold-Dorf gemacht hat – auf Bezirks- und Landesebene des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“; die Bundesebene ist noch nicht entschieden.

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„Seine Mitmenschen liegen ihm am Herzen“, sagte Bürgermeister Franz Hernandez (FÜWG) beim Neujahrsempfang der Gemeinde Feilitzsch, bevor er Markus Schmidt nach vorn rief, um dem 49-Jährigen die Ehrenurkunde zu überreichen: „Für großartigen und langjährigen ehrenamtlichen Einsatz zum Wohle der dörflichen Gemeinschaft. Ich verneige mich vor deiner Leistung und deinem Engagement.“ Gleichzeitig dankte er Ehefrau Antje Schmidt mit Blumen, weil hinter erfolgreichen Männern oft starke Frauen stehen. Die 46-Jährige kommentierte augenzwinkernd: „Ich bin die einzige Alleinerziehende, die verheiratet ist.“

Markus Schmidt leitet die Niederlassung der Postbank in Hof; Ehefrau Antje Schmidt arbeitet in der Verwaltung des Gesundheitszentrums Hudetz in Zedtwitz, ist zudem Mitglied beim Stammtisch „Zedtwitzer Maadle“ und im Verein Zedtwitz. Das Ehepaar, seit 1999 verheiratet, hat zwei Kinder: Sohn Lukas (20) studiert BWL, Tochter Lena (18) absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Volkshochschule. Beide Kinder engagieren sich bei Feuerwehr und Landjugend – und eifern damit dem Vater nach.

Markus Schmidt bedankte sich bei seiner Frau und gab den Dank weiter an alle, die miteinander anpacken und für intakte Dorfgemeinschaften sorgen – und davon gebe es viele: „Einer allein kann nichts bewirken, das gelingt nur gemeinsam.“ Bürgermeister Hernandez griff das Lob für die „Anpacker“ auf: „In unserer Gemeinde ist das Glas nicht halb leer, sondern halb voll. Ich bin stolz auf euch – ohne euch geht es nicht. Dafür ein herzliches: Vergelt’s Gott.“

40 Prozent der Einwohner Deutschlands über zehn Jahren, etwa 25 Millionen Menschen, engagieren sich ehrenamtlich. In Feilitzsch ehrt die Gemeinde seit dem Jahr 2000 solche Ehrenamtler bei den Neujahrsempfängen, zu denen Vertreter der 40 Vereine und Institutionen eingeladen sind. Diesmal kamen rund 70 Männer und Frauen in den Sitzungssaal des Rathauses, laut Hernandez alles Leute, „die Spaß am Leben haben und am Mitgestalten“. Er nannte viele Anwesende namentlich und freute sich, nach Corona wieder gemeinsam feiern zu können.

„Liebe, Gesundheit und Freundschaft“ sind nach seinen Worten Dinge, die man nicht kaufen kann. In diese Reihe gehöre auch das Ehrenamt: Dafür wolle Feilitzsch den roten Teppich ausrollen. „Denn eine Gesellschaft mit Ehrenamt ist eine bessere Gesellschaft: In so einer will ich leben. Das ehrenamtliche Engagement ist ein riesiger Schatz, um Kultur und Traditionen zu erhalten – nicht zuletzt in schwierigen Zeiten wie der Pandemie“, erklärte Bürgermeister Hernandez.

Wer sich ehrenamtlich engagiere, baue mit am Fundament für alle und damit für sich selbst. „Ehrenamt ist Gemeinschaft, ist Einsatz für andere – mit persönlichem Gewinn. Es gibt kein schöneres Gefühl, als gebraucht zu werden“, erklärte der Bürgermeister. Jeder könne sich engagieren; das sei keine Frage des Alters.

Für den kulturellen Rahmen des Neujahrsempfangs sorgten Schüler und Lehrer der Musikschule Hof: Leonhard Sebald (Lehrer Jens Gottlöber) spielte Gitarre, Nele Mergner (Lehrer Bernd Rosenberger) gefiel auf dem Akkordeon, und Anne Peetz (Lehrerin Olga Moos) erfreute mit ihrem Klavierspiel – letztmalig, weil die junge Frau kurz vor dem Abitur steht.

Der Bürgermeister bedankte sich bei den Künstlern mit kleinen Präsenten. Nach dem offiziellen Teil begannen Gespräche bei Sekt, Bier und Häppchen.