1. Karl-Willi Becks Saat geht langsam auf
Wer die schwierige, wenn nicht desolate Finanzsituation in Wunsiedel anspricht, kommt meist auch auf Bürgermeister Nicolas Lahovniks Amtsvorgänger Karl-Willi Beck zu sprechen. Auch Lahovnik. Dieser verhehlt nicht, dass es wahrscheinlich noch Jahre dauern wird, bis Wunsiedel wieder einen genehmigungsfähigen Haushalt aufstellen kann. Bis dahin werde die Stadt auf großzügige staatliche Hilfe angewiesen sein. Allerdings, und das gehöre auch zur Wahrheit, reifen die von Beck gelegten Samen immer mehr heran. Beispiel Wunsiedler Weg. Nicht nur die Unternehmen, die die Stadträte gerne mit dem Begriff Konzern Wunsiedel bezeichnen, erwirtschaften mittlerweile gute Gewinne und führen entsprechend Gewerbesteuer ab. Auch neue siedeln sich an. Stellvertretend nannte Lahvonik das Sägewerk von Gelo Timber in Holenbrunn und das geplante neue Werk im Gewerbegebiet Plärrer, das die Firmengruppe Scherdel bauen will. „Wir haben die seinerzeit heftig geführte Debatte befriedet und und alle notwendigen Grundstückskäufe getätigt, sodass wir im Sommer hier Baurecht haben werden.“ Zur Erinnerung: Als die Pläne der Stadt Wunsiedel für ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen Bernstein und Thiersheim bekannt wurden, gab es vor allem auf Wunsiedler Seite harsche Proteste.