Neustart in Selb Vorhang auf nach der Corona-Bremse

Noch nicht vor komplett besetzten Haus, aber immerhin mit der im Rahmen der Corona-Vorgaben möglichen Besucherzahl startet das Rosenthal-Theater am heutigen Dienstag in die wieder beginnende Saison. Foto: /Florian Miedl

Das Rosenthal-Theater Selb darf ab dem heutigen Dienstag wieder Publikum willkommen heißen. Das Programm und das Hygienekonzept stehen.

Selb - Konzerte einsam von zu Hause aus im Fernsehen verfolgen – damit ist jetzt Schluss. Abwechslung für das Publikum bringt ab dem heutigen Dienstag das Rosenthal-Theater in Selb. Die Planung der Vorstellungen war dabei alles andere als einfach, sagt Hans-Peter Goritzka, Leiter des Kulturamtes der Stadt Selb und verantwortlich für das Theaterprogramm.

Während der Corona-Krise musste das Rosenthal-Theater zweimal seine Tore für die Öffentlichkeit schließen. Das bedauert Hans-Peter Goritzka natürlich sehr, sieht aber auch die großen Zusammenhänge: „Der wirtschaftliche Schaden, den die Pandemie in unserer Branche verursacht hat, ist nichts gegen den der kulturliebenden Gesellschaft.“

Doch jetzt gibt es für alle Theaterfreunde in der Region Grund zur Freude: Das Ballett „Chaplin“, das bereits Ende Februar hätte stattfinden sollen, wird heute Abend nun doch aufgeführt. Und der Kartenvorverkauf läuft bisher recht gut. „Eine gewisse Zurückhaltung der Theaterliebhaber ist dennoch spürbar, weshalb es an der Abendkasse auch noch genug Eintrittskarten geben wird“, sagt Goritzka.

Mithilfe eines detailliert ausgearbeiteten Hygienekonzepts ist nach seinen Worten für das gesundheitliche Wohl der Besucher gesorgt: Die schriftliche Kontaktregistrierung findet beim Kauf der Karten statt. Im Theater selbst herrscht überall ein Einbahn-System, sodass sich kein Weg kreuzt. Um den Mindestabstand einzuhalten, bleiben bei der Bestuhlung jede zweite Reihe und immer drei Plätze zwischen den Zuschauern frei – außer bei Familien. Maskenpflicht herrscht allerdings während der ganzen Vorstellung. Wie die Pausen organisiert werden können, ist bisher noch unklar. Im Moment steht zumindest fest, dass der Ausschank zunächst nicht möglich sein wird. Allerdings ist, laut Goritzka, kein Corona-Test nötig, solange die Inzidenz unter fünfzig liegt.

Der Weg bis zur Wiedereröffnung war dennoch hart: Durch die vielen Maßnahmen und Beschränkungen musste das Programm ständig geändert werden. „Wir mussten seit vergangenem Jahr immer wieder Aufführungen stornieren oder im besten Fall verschieben – ohne zu wissen, wann wir wieder Stücke vorführen dürfen“, erklärt Goritzka.

200 Umbuchungen und Umstellungen mussten Goritzka und sein Team organisieren. Glücklicherweise seien die Verhandlungen mit den Produzenten ausnahmslos positiv ausgefallen. Aktuell würden die Produktionen und Nachholtermine nur noch kurzfristig vereinbart, um ständige Änderungen zu vermeiden.

Einen Vorteil bringt der Lockdown trotzdem mit sich: Durch Renovierungsarbeiten wurde das angenehme Ambiente im Rosenthal-Theater noch einmal verbessert. In dieser Zeit war es laut Goritzka möglich, alle Sitze mit neuen Polstern auszustatten. Außerdem wurde die Bühnentechnik erneuert und allen Räumen ein neuer Wandanstrich verliehen. In Eigenregie wurde auch die Saalbeleuchtung erneuert.

In Hinblick auf die Zukunft hoffen Goritzka und mit ihm alle Kulturfreunde, dass man jetzt wieder Theater über alle Genres hinweg genießen kann – ohne Unterbrechungen. Nun heißt es nur noch: Bühne frei und Vorhang auf für viele erfolgreiche Vorstellungen.

 

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