Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge zu den Forderungen nach Rückgabe der Krim, diese sei eine Region Russlands. Die Lösung des Konflikts in der Ostukraine bezeichnete der Vertraute von Präsident Wladimir Putin als ein innerukrainisches Problem. Für ein Ende des Krieges dort gelte weiterhin der Friedensplan von Minsk.
Nach Angaben des Kremls gibt es auch weiterhin keine Gratulation von Präsident Wladimir Putin. Er werde Selenskyj gratulieren, wenn es erste Erfolge bei der Wiederherstellung der ukrainisch-russischen Beziehungen gebe und sich die Lage im Donbass normalisiere. Als möglich bezeichnete Peskow Kontakte zum Austausch von Gefangenen.
Einige ranghohe Politiker hatten bereits in den vergangenen Tagen ihren Rücktritt erklärt, darunter Außenminister Pawel Klimkin. Auch Regierungschef Wladimir Groisman kündigte seinen Rücktritt an. Er werde sich am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung aus dem Amt zurückziehen, sagte er. Ebenso trat Verteidigungsminister Stepan Poltorak kurz nach Amtsantritt von Selenskyj zurück. Sie gehören zur Mannschaft des abgewählten Präsidenten Poroschenko. Er hatte bei der Stichwahl vor vier Wochen eine herbe Niederlage einstecken müssen.
Bereits am Freitag hatte die Regierungspartei Volksfront des früheren Regierungschefs Arseni Jazenjuk angekündigt, aus der Koalition auszutreten. Das Regierungsbündnis schwächelt bereits seit Februar 2016 nach dem schrittweisen Austritt von drei Regierungsparteien. Experten diskutierten in Kiew darüber, ob das ausreiche für eine Parlamentsauflösung oder ob erst hätte noch ein Versuch unternommen werden müsse, eine neue Koalition zu bilden.
Der studierte Jurist Selenskyj hatte zuvor im Parlament bei der Amtsübernahme den Eid auf die Verfassung und eine Bibel geschworen. "Ich verpflichte mich, mit allen meinen Taten die Souveränität und die Unabhängigkeit der Ukraine zu verteidigen", sagte er. Dabei erhielt er auch das Amtssiegel und eine Ordenskette.
Deutschland wurde bei der Zeremonie vom früheren Bundespräsidenten Christian Wulff vertreten. Er war bei der Begrüßung unter den ausländischen Gästen als einer der letzten begrüßt worden.
Auf Facebook postete Selenskyj ein Bild von sich und seiner Frau. Dazu schrieb er: "Neue Bühne. Wir sind bereit." Und er versprach: "Mein ganzes Leben lange habe ich alles versucht, um Ukrainer zum Lachen zu bringen. In den nächsten fünf Jahren will ich alles dafür tun, damit die Ukrainer nicht weinen."