Neuwahlen Forchheimer Waasner führt IHK für Oberfranken

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Der Unternehmer Michael Waasner, bislang Vizepräsident, übernimmt nun noch mehr Verantwortung in der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken. Er will die regionale Wirtschaft noch stärker machen, wie er ankündigt. Foto: IHK für Oberfranken

48 000 Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken haben einen neuen obersten Repräsentanten. Die Vollversammlung hat am Montagabend Michael Waasner zum Präsidenten gewählt. Was hat der Mann an der Spitze vor?

Der Nachfolger von Sonja Weigand an der Spitze der in Bayreuth ansässigen Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken steht fest. Die Vollversammlung der Kammer hat am Montagabend Michael Waasner (50) in einer nichtöffentlichen Sitzung einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt, wie die IHK mitteilt. Der neue Mann an der Spitze leitet seit 2008 das mittelständische Familienunternehmen Gebr. Waasner Elektrotechnische Fabrik in Forchheim. Der Betrieb beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und entwickelt und produziert Kernbleche und Kernpakete aus Elektroblech. Kunden sind namhafte Unternehmen der Elektroindustrie sowie Automobilhersteller und -zulieferer. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Waasners Firma auch im rasch wachsenden Markt der Elektromobilität aktiv.

Der gebürtige Forchheimer und promovierte Physiker Waasner begann seine berufliche Laufbahn bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group. Danach war er bei der Carl-Zeiss-Gruppe Assistent des Vorstandsvorsitzenden und Projektmanager in der Geschäftseinheit Nanotechnology Systems. Seit 2008 ist er Geschäftsführer des familieneigenen Betriebs. In der IHK für Oberfranken engagiert er sich seit 2012, zuletzt war er auch Vizepräsident.

Waasner, der nun oberster Repräsentant von 48000 IHK-Mitgliedsunternehmen ist, führt die Kammer in einer bewegten Zeit. Er sagte gestern nach seiner Wahl: „Die oberfränkische Wirtschaft steht seit Beginn der Corona-Pandemie erheblich unter Druck. Der Ukraine-Krieg verschärft die Probleme erheblich. Lieferengpässe, unterbrochene Lieferketten und explodierende Rohstoff- und Energiepreise machen immer mehr Unternehmen maßgeblich zu schaffen.“

IHK sieht Politik in der Pflicht

Die Liste der Herausforderungen für das neu gewählte Ehrenamt sei lang. „Wir werden die Themen adressieren, die uns als Wirtschaftsvertreter bewegen und diese in die Entscheidungsprozesse von Politik und Verwaltung einbringen“, macht Waasner deutlich. Die IHK sei eine wichtige Stimme für die Unternehmen. „Als Personen im Ehrenamt machen wir Wirtschaft sichtbar.“ Wirtschaftlicher Erfolg als Basis materieller Sicherheit für viele komme nicht von selbst, betonte der neue Präsident. Die politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen dafür müssen nach seinen Worten „klug und weitsichtig“ getroffen werden.

Dekarbonisierung, Digitalisierung und demografischen Wandel nannte Waasner als zentrale Handlungsfelder. Zusammen mit dem Hauptamt der IHK, das über reiche Ressourcen an Wissen, Können und Erfahrung verfüge, wolle die Kammer die Unternehmen schneller und stärker machen. „Und wir knüpfen ein Netzwerk zwischen den vielfältigen Unternehmen der Region und Akteuren aus der Gesellschaft. Zum Wohle der Region.“

Waasner ist der 19. Präsident seit Gründung der IHK im Jahr 1843 und der erste aus dem Raum Forchheim. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der neue Kammerpräsident und IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner dankten Vorgängerin Sonja Weigand für ihren engagierten Einsatz in schwierigen Zeiten. Weigand hatte im April 2017 das Präsidentenamt von Heribert Trunk übernommen.

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