Witte hat ein Aquarium-Thermometer: "Das Wasser ist hier nicht unter 25 Grad warm", sagt der Ausflügler. An einem Hitzerekordtag habe er beim Jungferngrund 28,2 Grad Wassertemperatur gemessen.
Am Kauber Ufer überlegt derweil das Ehepaar Maria und Christoph Pellengahr aus Eppstein im hessischen Vordertaunus, sich auch noch den Mäuseturm auf einem Rheininselchen bei Bingen anzuschauen - das Niedrigwasser lässt nun viel weniger diese Insellage erkennen. "Das ist wirklich spannend", meint Christoph Pellengahr.
Camper
Auf dem Campingplatz bei St. Goar gegenüber vom weltberühmten Loreley-Rheinfelsen steigt Ansgar Langenhorst aus seinem Wohnmobil. Er komme gerade vom Bodensee: "Der hat jeden Tag zwei, drei Zentimeter Wasser verloren", sagt der Tourist aus dem Kreis Steinfurt in NRW. Der große See ist ein wichtiges Wasserreservoir des Rheins.
Vor einem anderen Wohnmobil sitzt ein Ehepaar von der Nordsee-Halbinsel Butjadingen. "Wir haben mal Hochwasser beim Harz erlebt. Das war auch schlimm. Aber Niedrigwasser gibt es ja auch", sagte Gisela Welpe. Ehemann Wilfried bedauert, dass daher beim Koblenzer Feuerwerk-Spektakel "Rhein in Flammen" am 8. August der traditionelle Schiffskonvoi abgesagt worden ist.
Wasserschutzpolizisten
Bei Wiesbaden ist ein Streifenboot der Wasserschutzpolizei auffallend langsam in einem Rhein-Seitenarm unterwegs. Bei rascherer Fahrt würde der Bug nach oben steigen und das Heck sich nach unten senken, erklärt ein Beamter - zu riskant bei so wenig Wasser. Doch die Wasserschutzpolizei bliebe auch bei einem noch niedrigeren Wasserspiegel handlungsfähig - mit ihren kleinen, schnellen Schlauchbooten mit wenig Tiefgang, versichert der Polizist am Steuerruder.
Dringend warnt er vor leichtfertigem Schwimmen im Rhein - der Fluss ist mit seinen Strömungen und Schiffen tückisch. 19 Badetote hat es 2025 alleine in hessischen Gewässern gegeben - und auch schon mehrere in diesem Jahr.
Auch mit Bomben und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg hat die Wasserschutzpolizei immer wieder zu tun - im Niedrigwasser tauchen zahlreiche gefährliche Funde auf. Diese sind dann Fälle für Kampfmittelräumer.