Geht Høiby in Berufung? Noch ist das nicht klar
Weder Staatsanwaltschaft noch Verteidigung dürften zufrieden mit dem Urteil sein. Die Anklage hatte Høiby in 39 Punkten für schuldig gehalten und sieben Jahre und sieben Monate Haft verlangt. Høibys Verteidiger hatten dagegen auf eineinhalb Jahre Haft für ihren Mandanten plädiert.
Hunderte SMS und Zeugenaussagen hatten in dem Mammutprozess ein Leben mit Eifersucht, Gewalt, Untreue, ausschweifenden Partys und Drogenkonsum dokumentiert. Intime Details über Høibys sexuelle Vorlieben und die toxischen Beziehungen zu seinen Ex-Freundinnen waren genauso Gegenstand der Verhandlung gewesen wie das Aufwachsen des Norwegers im Rampenlicht.
Seit früher Kindheit: Høiby fühlt sich verfolgt von der Presse
Unter Tränen hatte Høiby die Presse beschuldigt, ihn seit seiner frühen Kindheit verfolgt zu haben. Sich selbst hatte er als "Monster" in der öffentlichen Wahrnehmung und "Hassobjekt von ganz Norwegen" bezeichnet. Høiby war noch ein Kleinkind, als seine Mutter Mette-Marit den norwegischen Kronprinzen kennenlernte. Zunächst war ganz Norwegen verzückt von Haakons hellblondem Ziehsohn. Doch als junger Erwachsener geriet Høiby auf Abwege, kämpfte mit Drogensucht und psychischen Problemen.
Im August 2024 nahm die Polizei ihn nach einem Vorfall in der Wohnung der "Frogner"-Frau zum ersten Mal fest. Im Laufe der Ermittlungen kamen immer mehr Vorwürfe ans Licht. Kurz vor dem Prozess griff die Polizei Høiby erneut auf. Ob der 29-Jährige in U-Haft bleibt, bis er seine Strafe antritt, hängt nun davon ab, ob Høibys neuer Antrag auf Freilassung Erfolg hat. Der Grund diesmal wie beim letzten Mal: sein Wunsch, bei seiner schwer kranken Mutter zu sein.