Dassler geht es nach eigener Aussage keineswegs darum, die DDR politisch zu verherrlichen. "Ich bin, glaube ich, der Letzte, der irgendwas verklärt." Seine Vergangenheit in der DDR sei eher "bewegt", einschließlich Stasi-Akte und Stasi-Verhör. Aber zu den guten Dingen gehört seiner Meinung nach der Urlaub an der Ostsee auch zu DDR-Zeiten.
Für das DDR-Gefühl sollen auch weitere Angebote sorgen, etwa dreimal die Woche Schulküche, mit Gerichten wie Senfei und Nudeln mit Tomatensoße und Soljanka oder ein Kiosk mit Ostprodukten. Hinzu kommen laut Dassler Trabis mit Dachzelten oder auch typische DDR-Wohnwagen.
"Du brauchst ein gutes DDR-RFT-Radio"
Nach Überzeugung Dassler braucht es kein Fernsehen, kein Social Media und keinen Luxus für einen gelungenen Ostsee-Urlaub. "Du brauchst ein gutes DDR-RFT-Radio, was immer noch spielt, und ein Brettspiel. Du hast den Strand vor der Nase und bist in der Natur, im Wald."
Dassler liegt allerdings schon länger mit dem Landkreis Vorpommern-Rügen im Clinch. Dieser hat ein Sanitärgebäude versiegelt, das Dassler als Ersatzneubau errichtet hat, nachdem das alte nicht mehr haltbar war. In dem Küstenschutzbereich und Wald gibt es nach Ansicht des Landkreises aber kein gültiges Baurecht. Auch die Nutzung mobiler Sanitäranlagen wie Dixi-Toiletten hat die Verwaltung aus diesem Grund untersagt. Diese gelten demnach ebenfalls als bauliche Anlagen ohne Genehmigung.
Für das strittige Sanitärgebäude liegt dem Landkreis nach eigener Aussage seit kurzem ein Bauantrag zur Prüfung vor. "Der Ausgang dieses Verfahrens ist abzuwarten."
Grundsätzlich heißt es aus der Verwaltung: "Der Landkreis Vorpommern-Rügen begrüßt Freizeit- und Erholungsangebote in der Region." Ferienanlagen und Campingplätze seien Orte der Erholung und Begegnung für Menschen aller Altersgruppen, und tragen darüber hinaus zur regionalen Wertschöpfung bei. Der Landkreis verwies aber auch auf die Einhaltung geltenden Baurechts.