Oberfranken Corona bricht sich erneut Bahn

kel, , Christl Schemm, , Jürgen Umlauft, Christian Weidinger

Im Landkreis Hof sind 17 Menschen infiziert, davon allein 15 in Rehau, in Selb ein Teilnehmer eines Vhs-Kurses, im Raum Coburg mehrere Bauarbeiter: Das Virus kehrt nach Oberfranken zurück.

Rehau/Selb/Kulmbach/Coburg - Rehau ist neuer Corona-Hotspot: Mit Massentests und geschlossenen Schulklassen will die Kleinstadt im Landkreis Hof einen Corona-Ausbruch eindämmen. Dort waren nach mehr als einem Monat ohne neue Infektionen innerhalb weniger Tage 15 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden - mittlerweile ist die Zahl der Erkrankten um zwei auf 17 gestiegen, wie Landrat Oliver Bär (CSU) am Mittwochnachmittag in einer Pressekonferenz. Bär betonte, dass die neuen Fälle nicht bei den zurzeit in Rehau laufenden Reihentests aufgetreten seien, sondern anderenorts.

Auswirkungen auf den Schulbetrieb

Die weiterhin latente Corona-Gefahr hat auch Auswirkungen auf den Schulbetrieb im kommenden Schuljahr. Selbst wenn es im Regelbetrieb mit allen Schülern im Präsenzunterricht beginnen sollte, müssen sich Schüler und Eltern auf einige Einschränkungen einstellen. Darauf hat Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hingewiesen. So werden die bestehenden Hygienekonzepte modifiziert weitergelten. An vielen Schulen werden wohl zunächst Wahlfächer und Arbeitsgruppen ausgesetzt, um genügend Pädagogen für die zusätzlichen Förderangebote zum Schließen entstandener Stofflücken zu haben. Auch der Sport- und Musikunterricht wird weiterhin nur eingeschränkt möglich sein. Anders als Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) den Erzieherinnen in Kitas will Piazolo den Lehrkräften keinen Leitfaden zum Umgang mit verschnupften Schülern an die Hand geben. Die Klärung gesundheitlicher Fragen sei Aufgabe von Ärzten, betonte er. Piazolo plädierte für die Ausweitung der Corona-Test-Kapazitäten an den Schulen mit möglichst schnellen Ergebnissen. jum

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, können sich alle der knapp 10 000 Einwohner der Stadt Rehau kostenlos an einer mobilen Teststation - dem Corona-Mobil- - auf das neuartige Virus testen lassen. Am Mittwoch herrschte dort großer Andrang. Bereits um 13 Uhr standen zahlreiche Menschen Schlange, um einen Abstrich vornehmen zu lassen, die Autoschlange der Wartenden reichte mehrere Hundert Meter weit. Zudem soll es Untersuchungen in den Seniorenheimen geben.

Nur wenige Kilometer entfernt - nämlich an der Volkshochschule in Selb - gibt es ebenfalls einen Corona-Fall. Ein Mann, der an der Einrichtung einen Kurs besucht, ist positiv getestet worden. Nun müssen alle Teilnehmer in dieser Klasse sowie die Lehrerin in Quarantäne. Bei diesem jüngsten Fall im Landkreis Wunsiedel bestehen Verbindungen zu den Vorkommnissen an der Dr.-Franz-Bogner-Mittelschule. Bei dem Mann handelt es sich um den Vater der beiden Kinder, die diese Schule besuchen und am Wochenende positiv getestet worden sind

Auch in Coburg und Kronach gibt es kleine Corona-Hotspots. Auf einer Baustelle für ein neues Hotel in Coburg sind, wie in einem Teil unserer Auflage bereits berichtet, sieben Arbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Sie wurden, wie Louay Yassin, Pressesprecher der Stadt Coburg, bestätigte, für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Die aus Osteuropa stammenden Männer dürfen ihre Unterkünfte in Coburg nicht verlassen. Derzeit ruhen die Arbeiten auf der Baustelle. Wann sie wieder aufgenommen werden können, steht noch nicht fest.

Im Landkreis Kronach ist am Wochenende der katholische Kindergarten in Teuschnitz wegen Corona für mindestens zwei Wochen geschlossen worden. Von der vorübergehenden Betriebseinstellung betroffen sind nach Angaben von Harry Luck, Pressesprecher des Erzbistums Bamberg, 49 Kinder und sechs Mitarbeiterinnen. Wenn keine weiteren Infektionen auftreten, wird die Schließung der Kita bis zum 29. Juli aufrecht erhalten.

Am 27. Juli soll der Kindergarten in Ketschenbach, ein Stadtteil von Neustadt bei Coburg, wieder eröffnen. Das bestätigte die Stadtverwaltung Neustadt am Mittwoch. In der Kita waren in der vergangenen Woche insgesamt neun Kinder und Erzieher positiv auf Corona getestet und die Einrichtung daraufhin geschlossen worden.

Der Landkreis Kulmbach ist bislang von den erneuten Ausbrüchen verschont geblieben. Bereits seit dem 24. Juni gilt der gesamte Landkreis als "coronafrei". Der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) wird aber nicht müde, darauf hinzuweisen, dass man sich nicht drauf verlassen könne, dass das so bleibt. Alle Mitglieder der Stäbe im Landratsamt seien, wie ein Sprecher unserer Zeitung erklärte, deswegen weiter in Bereitschaft, um sofort handeln zu können, sollte sich die Lage ändern.

Näheres zur Corona-Situation in Rehau lesen Sie hier >>>

Näheres zur Corona-Situation in Selb lesen Sie hier >>>

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