Oberfranken Waldbrandgefahr steigt drastisch

Annika Säuberlich und
Warnschilder sollte man ernst nehmen: In Oberfranken steigt die Waldbrandgefahr Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Die hohen Temperaturen lassen die Wälder austrocknen. Schon ein kleiner Funke kann eine Katastrophe auslösen. Die Regierung ruft zu höchster Vorsicht auf, über der Region gibt es Beobachtungsflüge.

Die Wald- und Wiesenbrandgefahr ist in Bayern am Wochenende vielerorts hoch bis sehr hoch. Besonders betroffen sind Ober- und Unterfranken, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mitteilte. „Da, wo der Gefahrenindex am höchsten ist, ist auch die Dürre am größten.“ In Franken habe es zuletzt wenig geregnet, daran werde sich auch in den nächsten Tagen nichts ändern.

Das hochsommerliche Wetter lädt gegenwärtig viele Gäste in die oberfränkischen Wälder zum Wandern ein. Wie die Regierung von Oberfranken in Bayreuth am Donnerstag mitteilte, steige gerade in der hiesigen Region durch das anhaltend trockene Wetter die Gefahr für Wald- und Vegetationsbrände. Die ausgedehnten Waldgebiete im Frankenwald, in Fichtelgebirge, Steigerwald und in der Rhön seien wegen der ausbleibenden Niederschläge massiv ausgetrocknet. Um die Wälder zu schützen und mögliche Feuer frühzeitig erkennen zu können, hat die Regierung im Einvernehmen mit dem Amt für Landwirtschaft und Forsten Bayreuth bis Sonntag Beobachtungsflüge für besonders gefährdete Waldgebiete im gesamten Regierungsbezirk angeordnet.

Die Luftrettungsstaffel Bayern stellt die Luftfahrzeuge und die Piloten zur Verfügung. Am Donnerstag war nach Angaben der Regierung zudem der „Schnelle Einsatzhubschrauber“ unterwegs. Von Freitag an sind die Flugzeuge der Stützpunkte Bamberg-Breitenau und Bayreuth-Bindlach im Einsatz; dann werden sich neben den Piloten auch ausgebildete Luftbeobachter an Bord befinden, die die Wälder aus der Luft auf mögliche Brandgefahren hin absuchen. Wird ein Brand festgestellt, werden die Feuerwehren über die Integrierte Leitstelle alarmiert und die Einsatzkräfte vom Luftbeobachter zur Einsatzstelle gelotst.

Waldbrände können durch natürliche Phänomene wie etwa Blitzeinschläge verursacht werden, in den meisten Fällen werden sie allerdings von Menschen verursacht – absichtlich oder unabsichtlich, sagte Jan-Philipp Egner, stellvertretender Referatsleiter für Waldbau, Waldschutz und Bergwald im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten dem Bayerischen Rundfunk. Der Klassiker aller Ursachen ist nach wie vor die achtlos weggeworfene Zigarettenkippe, die das trockene Gestrüpp auf dem Waldboden zum Glimmen bringt. Und das passiert offenbar oft genug – obwohl vom 1. März bis Ende September in allen Wäldern eigentlich Rauchverbot herrscht. Die Regierung von Oberfranken appelliert an alle Besucher der oberfränkischen Wälder, äußerste Vorsicht walten zu lassen und keinesfalls mit offenem Feuer zu hantieren oder zu rauchen. Zudem sollte wegen des Brandrisikos durch heiße Fahrzeugkatalysatoren keinesfalls auf leicht entzündbarem Untergrund geparkt werden.

Innerhalb Bayerns gibt es unterschiedlich gefährdete Regionen: Während die Lage im Süden, im Alpen- und Voralpenraum, in der Regel entspannter, weil regenreicher ist, steigt die Waldbrandgefahr in Franken mittlerweile fast jeden Sommer bis auf die höchste Warnstufe. Besonders betroffen ist die sogenannte fränkische Trockenplatte, ein niederschlagsarmes Gebiet in Unterfranken, rund um die Landkreise Schweinfurt, Kitzingen und Würzburg. Auch hier sind es vor allem die trockenen Böden, die das Waldbrandrisiko erhöhen.

Ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes erklärte am Donnerstag, am Wochenende werde es mit Temperaturen von  30 Grad sehr warm in Bayern. Am Untermain könne es sogar bis zu 36 Grad heiß werden. Hitze ist zwar kein direkter Auslöser von Bränden, „aber bei Hitze ist die obere Bodenschicht extrem trocken, sodass ein kleiner Funke ausreicht“.

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