Im November 2018 hatte rund um Malibu ein schweres Feuer gewütet, das größere Landstriche verwüstete und mehr als 1.500 Häuser zerstörte. Damals brannte unter anderem das Haus von Moderator Thomas Gottschalk ab.
Grasl sagte, er wolle diese Romy auch deshalb an Gottschalk verleihen, "weil wir Medien und wir als Gesellschaft dazu stehen müssen, wenn man tausendmal was richtig macht und ein halbes Mal vielleicht was nicht so ganz gut macht, trotzdem ein Superstar bleibt". Der österreichische TV- und Filmpreis Romy wird in zahlreichen Kategorien durch Publikums-Voting vergeben.
Gottschalk vor Show-Aus: "Ich will auf keine Bühne mehr"
Gottschalk sagte der "Bild", ein Problem sei gewesen, dass er erst um 23 Uhr auf die Bühne gekommen sei - zu spät für ihn. "Ich hatte keine Lust mehr." Generell habe er die Nase voll. "Ich will auf keine Bühne mehr." Eigentlich habe er schon im April aufhören wollen, sagte er weiter. "Aber ich habe mich irgendwie in diese Abschiedssendung am 6. Dezember reinquatschen lassen."
Der erfahrene Fernsehmoderator hatte im Mai – kurz vor seinem Geburtstag – sein Show-Aus angekündigt. Am kommenden Samstag, dem 6. Dezember, moderiert er zum letzten Mal bei RTL die Show "Denn sie wissen nicht, was passiert" mit Barbara Schöneberger (51) und Günther Jauch (69). Danach wolle er sich erst einmal aus der Öffentlichkeit zurückziehen, hatte er zuletzt dem Magazin "Bunte" gesagt. "Das heißt aber nicht, dass ich nie wieder einen Ton von mir gebe."
Irritation bei Bambi-Gala
In den letzten Jahren hatte Gottschalk vermehrt Gegenwind erfahren, wenn er sich kritisch zu Gesellschaftsthemen äußerte. Zuweilen wurde ihm auch Sexismus vorgeworfen.
Bei der Bambi-Gala vor zwei Wochen erntete der 75-Jährige Buh-Rufe, als er US-Popstar Cher mit dem Satz ankündigte: "Hier ist sie, die einzige Frau, die ich in meinem Leben ernst genommen habe." Gottschalk war mit seiner Frau Karina zur Gala gekommen.
Tags darauf entschuldigte er sich für die Äußerung. "Das Zitat in Bezug auf "Frauen ernst nehmen" nehme ich hiermit ausdrücklich zurück und entschuldige mich dafür. Ich nehme Frauen sehr ernst. Niemand weiß das besser als meine", sagte Gottschalk dem "Spiegel".
Cher wurde an dem Abend als "Legende" ausgezeichnet. Gottschalk wirkte dabei desorientiert und verhaspelte sich. Später erklärte er, der Auftritt eines Cher-Doubles habe ihn durcheinander gebracht, dann habe er einen Blackout gehabt. In seiner Bambi-Moderation hatte er auch zu einer längeren Episode darüber ausgeholt, dass seine eigene Bambi-Trophäe in seiner abgebrannten Villa in Malibu zusammengeschmolzen sei.
Auftritt sorgte im Internet für Verwirrung
Am Freitagabend kommentierte Gottschalk zu seiner Romy: "Ich musste mir schon mal mit Michael Jackson eine Romy teilen, aber die hier gehört mir ganz alleine. Michael ist weggebrochen, sozusagen als Konkurrenz." Die Pop-Ikone starb 2009 an einer Überdosis Propofol, einem starken Betäubungsmittel.
Der Auftritt sorgte im Internet für Verwunderung. Gottschalk sagte nach der Preisverleihung laut "Bild": "Mir geht es so gut, wie es einem 75-Jährigen gehen kann und ich bin so fit, wie man mit 75 fit sein kann." Faul sei er aktuell nicht. "Wir ziehen ja gerade um, daher schleppe ich viele CDs und kistenweise Bücher, die ich im Laufe meines Lebens gesammelt habe."